Abbau von 10 000 Stellen: Airbus lagert sechs Werke aus

Abbau von 10 000 Stellen
Airbus lagert sechs Werke aus

Der Flugzeughersteller Airbus wird im Rahmen des Sanierungsprogramms "Power 8" mehr Werke auslagern als bisher erwartet.

ali/fas/kol/saf TOULOUSE/DÜSSELDORF. Wie das Unternehmen gestern in Toulouse bekannt gegeben hat, sollen die Werke Laupheim in Baden-Württemberg, Varel in Niedersachsen und Saint-Nazaire in Frankreich verkauft werden. Für die Werke in Nordenham in Niedersachsen, Filton in Großbritannien und Méaulte in Frankreich werden Investoren gesucht, die als Risikopartner einsteigen.

In den kommenden vier Jahren will die EADS-Tochter Airbus 10 000 Stellen abbauen. 5000 unbefristete Stellen fallen bei Airbus selbst weg, 5000 weitere seien Zeitverträge oder Mitarbeiter bei Subunternehmern. "Wenn diese nicht ihren Einsparbeitrag leisten, beenden wir die Zusammenarbeit", erklärte Fabrice Bregier, Nummer zwei von Airbus. Das Unternehmen will auf Entlassungen verzichten und ganz auf Fluktuation und freiwillige Vereinbarungen setzen. EADS-Co-Chef Louis Gallois sagte, in Deutschland sollten 3700 Stellen abgebaut werden, in Frankreich seien es insgesamt 4300, davon 1100 in der Firmenzentrale in Toulouse. In Großbritannien seien 1600 Arbeitsplätze betroffen und in Spanien 400.

Das Programm für Airbus sei zwar hart, aber "wer dieses Programm ablehnt, der kann genauso gut die weiße Fahne hissen und Boeing das Feld überlassen", sagte Tom Enders, ebenfalls Co-Vorstandschef bei EADS. Gallois begründete die Notwendigkeit des Programms vor allem mit dem Dollar-Verfall. "Die Probleme beim Großraumflugzeug A380 sind nicht der Auslöser, haben die Notwendigkeit aber erhöht", betonte er. In 12 bis 18 Monaten werde man sehen, ob diese Schritte ausreichen. Wenn nicht, müssten weitere Maßnahmen ergriffen werden. Das Sanierungsprogramm soll die Kosten ab 2010 um zwei Mrd. Euro pro Jahr reduzieren. Der Airbus-Mutterkonzern EADS will die Kosten für "Power 8" in Höhe von knapp 700 Mill. Euro komplett im ersten Quartal 2007 verbuchen.

Gewerkschaften protestieren

Die Gewerkschaften kündigten Proteste gegen das Sparprogramm an. "Wir werden das Konzept so nicht akzeptieren", sagte der Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende von Airbus, Rüdiger Lütjen. In deutschen und französischen Werken kam es zu spontanen Arbeitsniederlegungen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos dagegen begrüßte das Sanierungskonzept als ausgewogen. Auch Ditmar Staffelt (SPD), Vorsitzender des Koordinierungskreises Luftfahrt im Bundestag, sagte, der Jobabbau sei zwar bedauerlich, aber mehr sei nicht zu erreichen gewesen.

Luftfahrtanalyst Stefan Halter von der Hypo-Vereinsbank sieht die Einigung mit den Arbeitnehmern als kritischen Punkt: "Die Maßnahmen zur Kostenreduktion sind sinnvoll, die Frage ist, ob sie auch umgesetzt werden können." Einen Arbeitskampf könne sich Airbus wegen des hohen Auftragsbestands kaum leisten.

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