Abfindungen und Vorruhestand
Tausende kehren VW den Rücken

Volkswagen saniert derzeit seine schwächelnde Hauptmarke VW. Dabei müssen etliche Mitarbeiter gehen. 13 200 sind bereits freiwillig ausgeschieden – entweder in den Vorruhestand oder mit einer saftigen Abfindung. Doch noch ist der Wolfsburger Autobauer nicht am Ziel.

HB WOLFSBURG. Wie Finanzchef Hans-Dieter Pötsch am Montag in einer Analystenkonferenz mitteilte, haben sich 9 700 Beschäftigte für den Vorruhestand entschieden und 3 500 für eine Abfindung. „Wir rechnen damit, dass noch mehr kommt“, sagte Pötsch. Ziel bei den Abfindungen sind rund 5 000 Mitarbeiter. Insgesamt will VW in den westdeutschen Werken 20 000 Beschäftigte zum Austritt aus dem Unternehmen bewegen.

Konzernchef Bernd Pischetsrieder schloss aus, dass nach dem Ende des laufenden Abfindungsprogramms Ende September eine zweite Runde angeboten wird. Seit Juni werden den rund 85 000 in Westdeutschland angestellten Mitarbeitern je nach Einkommen und Betriebszugehörigkeit Abfindungen von 41 000 bis 250 000 Euro angeboten.

Der Wolfsburger Autobauer will zur Sanierung der Marke VW längere Arbeitszeiten, geringere Arbeitskosten und eine höhere Auslastung der Werke durchsetzen. Dazu verhandelt der Konzern am Freitag erstmals mit Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall über ein Sanierungspaket. Kern der Sanierung ist die Rückkehr zur 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Bei VW gilt zurzeit die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden.

VW-Chef Pischetsrieder hat die Notwendigkeit deutlicher Kostensenkungen bekräftigt. Die Produktionskosten bei VW seien der wichtigste Wettbewerbsnachteil, sagte er. In den westdeutschen Werken würden weiter Verluste geschrieben. Die Restrukturierung sei daher unvermeidlich. Pischetsrieder geht davon aus, dass die Beratungen mit der IG Metall bis November beendet sein werden.

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine räumte in einem Interview der „Berliner Zeitung“ ein, dass VW in einer wirtschaftlich schwierigen Lage mit Millionenverlusten in den westdeutschen Werken sei. Die Gewerkschaft erwarte aber vom VW-Vorstand, dass er konkrete Zusagen zum Umfang der Beschäftigung, zu Produkten, Investitionen und Auslastung mache. „Die Qualität dieser Garantien wird darüber entscheiden, ob es weitere Gespräche geben wird“, sagte er und wies darauf hin, dass der Tarifvertrag ungekündigt sei. „Wohlgemerkt, wir führen Gespräche bei ungekündigten Tarifverträgen. Keine Verhandlungen.“

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