Abfindungsangebot für Brasilien
Arcelor-Kauf wird für Mittal deutlich teurer

Der weltgrößte Stahlproduzent Mittal Steel muss für die vollständige Übernahme des Konkurrenten Arcelor noch einmal tief in die Tasche greifen: Mittal kündigte gestern ein Abfindungsangebot für die freien Aktionäre von Arcelor Brasil an.

HB DÜSSELDORF. 34 Prozent der Aktien des an der Börse in São Paulo notierten Unternehmens befinden sich im Streubesitz. Mittals Angebot beläuft sich auf umgerechnet 12,11 Euro je Aktie. Es würde die Übernahme Arcelors um weitere 2,7 Mrd. Euro verteuern, teilte Mittal gestern mit.

Ende Juni hatten sich Arcelor und Mittal nach sechsmonatiger Übernahmeschlacht auf eine Fusion unter Gleichen geeinigt. Um den Widerstand Arcelors zu brechen, hatte Mittal sein ursprüngliches Angebot um mehr als 40 Prozent auf 25,9 Mrd. Euro aufgestockt. Anders als ursprünglich geplant, hält Mittal an dem fusionierten Konzern nicht die Mehrheit, sondern nur einen Anteil von 43,5 Prozent. Deshalb sah sich Mittal auch nicht verpflichtet, ein Abfindungsangebot an die Minderheitsaktionäre in Brasilien abzugeben. Die brasilianische Börsenaufsicht CVM beurteilte die Dinge anders: Sie forderte Mittal am 25. September zur Abgabe eines Pflichtangebots an die Aktionäre von Arcelor Brasil binnen 30 Tagen auf.

Mit dem Abfindungsangebot für Brasilien bleiben die zusätzlichen finanziellen Belastungen für Mittal unter den Schätzungen von Finanzanalysten. Die Experten waren bisher davon ausgegangen, dass die vollständige Übernahme von Arcelor Brasil mit vier Mrd. Euro zu Buche schlagen werde. Der Aktienkurs von Mittal Steel gab gestern nur leicht nach.

Offen bleibt, ob die erzwungene Abfindung in Brasilien der internen Druck auf Arcelor erhöht, sich von dem kanadischen Stahlhersteller Dofasco zu trennen. Arcelor hatte Dofasco im Frühjahr an eine niederländische Stiftung übertragen und damit einen Weiterverkauf an Thyssen-Krupp vereitelt. Der Ruhrkonzern steht bereit, Dofasco für 3,8 Mrd. Euro übernehmen.

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