Abfindungsprogramm
Chrysler lockt Arbeiter mit 100 000 Dollar

Um wieder profitabel zu werden, hat der US-Autobauer Chrysler ein umfassendes Sanierungsprogramm aufgelegt. Dabei fallen auch Tausende Stellen weg. Um Mitarbeiter zum Ausscheiden zu bewegen, verspricht Das Unternehmen ihnen viel Geld.

HB DETROIT. Die Tochter von Daimler-Chrysler vereinbarte am Dienstag mit der Gewerkschaft UAW Abfindungsregelungen für Arbeiter, die das Unternehmen im Rahmen des Abbaus von insgesamt 11 000 Stellen in Nordamerika verlassen sollen. Die UAW vertritt etwa 9 000 von ihnen. Die Abfindungen könnten bis zu 100 000 Dollar erreichen, hieß es. Noch im Februar sollten die einzelnen Werke damit beginnen, ihren Mitarbeitern entsprechende Angebot vorzulegen. Die Vereinbarung ähnelt denen, die die UAW mit General Motors und Ford ausgehandelt hatte.

Chrysler schreibt in Folge einer schwer verkäuflichen Modellpalette und hoher Produktionskosten das dritte Mal seit der Fusion mit Daimler-Benz im Jahr 1998 rote Zahlen. Der Sanierungsplan soll vom Jahr 2008 an wieder einen kleinen Gewinn möglich machen. Parallel dazu hält sich der von Chrysler an die Konzernspitze gewechselte Dieter Zetsche alle Optionen offen. Damit schloss er unlängst erstmals einen Verkauf von Chrysler oder eine Abspaltung vom Konzern nicht aus.

Ein Chrysler-Sprecher sagte, das Unternehmen rechne damit, dass noch im laufenden Jahr rund 4 700 Arbeiter ausscheiden werden. Die verbliebene Zahl der Stellen solle dann zwischen 2008 und 2009 abgebaut werden. Bereits bis Ende Juni sollen nach früheren Angaben 1 000 Arebitsplätze gestrichen werden. Momentan arbeiten mehr als 83 000 Menschen bei Chrysler.

Im Zuge der Sanierung wird das Werk Newark im US-Staat Delaware bis 2009 geschlossen, genauso wie ein Autoteile-Vertriebszentrum in der Nähe von Cleveland. In drei anderen Werken fallen Schichten weg. Die Produktionskapazitäten sollen um 400 000 Fahrzeuge reduziert werden.

In Newark produzieren 2 100 Mitarbeiter unter anderem die Geländewagen Dodge Durango und Chrysler Aspen. Die Produktpalette von Chrysler hat traditionell einen Schwerpunkt bei Pick-up-Trucks und Geländefahrzeugen. Doch wegen der gestiegenen Treibstoffpreise geben inzwischen auch immer mehr Amerikaner beim Neuwagenkauf sparsameren Modellen den Vorzug und lassen die Spritfresser beim Händler stehen. Künftig will Chrysler deshalb verstärkt kleinere und spritsparende Fahrzeuge auf den Markt bringen.

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