Abfüllanlagen
Krones steigert Gewinn überraschend deutlich

Der Abfüllanlagenbauer Krones hat seinen Gewinn um mehr als 50 Prozent gesteigert – trotz eines teuren Rechtsstreits in den USA. Damit übertraf Krones auch die Erwartungen der Analysten.
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MünchenDank brummender Geschäfte steckt der Abfüllanlagenbauer Krones die Kosten eines Rechtsstreits in den USA locker weg. Trotz eines millionenschweren Vergleichs mit mehreren Klägern stieg der Überschuss im vergangenen Jahr um 53 Prozent auf 67 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus Neutraubling bei Regensburg am Donnerstag mitteilte.

Getränkehersteller in aller Welt bestellten mehr Abfüllgeräte, Brauereianlagen und Verpackungsmaschinen als im Vorjahr, so dass der Auftragseingang um acht Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zulegte. Zugute kam dem Unternehmen aber auch, dass die Steuerlast geringer ausfiel als im Vorjahr. Damals hatte Krones Nachzahlungen für mehrere Jahre an das Finanzamt überweisen müssen. Das Vorsteuerergebnis legte 2012 aber immerhin um 31 Prozent auf 98 Millionen Euro zu.

Der Umsatz wuchs um sieben Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Von den guten Geschäften sollen die Aktionäre noch stärker profitieren als erwartet: Die Dividende soll auf 75 Cent je Aktie erhöht werden nach 60 Cent im Vorjahr. Erwartet worden war lediglich eine Erhöhung auf 65 Cent. Seine komplette Jahresbilanz und einen Ausblick für das laufende Jahr will Krones am 24. April vorstellen.

Branchenexperten zeigten sich positiv überrascht von den Zahlen. Die Analysten der DZ Bank lobten, dass sich Krones beim Auftragseingang im Schlussquartal besser geschlagen habe als der Düsseldorfer Anlagenbauer Gea. Während Krones vor Jahresende kräftig zulegte, waren die Bestellungen bei Gea zurückgegangen. Die Krones-Aktie war am Morgen mit einem Plus von 2,3 Prozent Spitzenreiter im Nebenwerteindex MDax.

Krones hatte im November Schadenersatzklagen im Zusammenhang mit der Pleite eines US-Kunden durch einen Vergleich abgewendet. Nach jahrelangem Streit zahlte das Unternehmen insgesamt 125 Millionen Dollar an verschiedene Kläger und die US-Staatskasse. Zwar war ein Teil durch Versicherungen abgedeckt, doch musste der Konzern 2012 eine Belastung von 38 Millionen Euro verbuchen. Weitere 37 Millionen Euro entfielen auf das Jahr 2011.

Hintergrund des Streits war der Konkurs der US-Firma Le-Nature's, an die Krones 2005 und 2006 Abfüllanlagen geliefert hatte. Bei dem Kunden flogen kriminelle Machenschaften auf, die Führungsspitze wurde wegen Betrugs verurteilt. Mehrere amerikanische Finanzdienstleister, eine Hedgefonds-Gruppe und der Insolvenzverwalter sahen in dem deutschen Unternehmen einen Helfershelfer von Le-Nature's und forderten Schadenersatz.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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