Abgas-Manipulation
Volkswagen soll Kfz-Steuer nachzahlen

Volkswagen soll für Steuerschäden durch die Abgas-Manipulation geradestehen. Das fordert NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans. Am Nachmittag muss der US-Chef von Volkswagen in Washington Abbitte leisten.

Wolfsburg/WashingtonVolkswagen soll einer Zeitung zufolge für mögliche Steuerschäden aufkommen, die wegen der Abgas-Manipulationen entstanden sein könnten. Dies habe der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans in einem Brief an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gefordert, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag.

In dem Schreiben werde auf Steuervorteile für Dieselfahrzeuge mit niedrigen Abgas-Werten verwiesen. Wegen der von VW eingestandenen Manipulationen könnten zahlreiche Autos zu gering besteuert worden sein. Walter-Borjans dringe darauf, dass schnell eine unbürokratische Hilfe mit dem Autobauer vereinbart werde, hieß es weiter.

Der US-Chef von Volkswagen, Michael Horn, will am Donnerstag im Skandal um manipulierte Abgaswerte Abbitte vor dem US-Kongress leisten. „Im Namen unseres ganzen Unternehmens und meiner Kollegen in Deutschland möchte ich eine aufrichtige Entschuldigung anbieten“, heißt es in einer vorbereiteten Stellungnahme Horns für eine Anhörung vor US-Abgeordneten am Nachmittag deutscher Zeit. Das Kraftfahrt-Bundesamt in Berlin prüft indes einen Zeit- und Maßnahmenplan von VW zur Bewältigung der Abgas-Affäre.

„Wir werden mit allen zuständigen Behörden voll kooperieren“, verspricht Horn in seinem Redemanuskript für den Auftritt in Washington. VW übernehme die volle Verantwortung und werde Mittel finden, um seine Kunden zu entschädigen. Aber der Manager bat um Geduld – es stehe viel Arbeit bevor, die Aufklärung werde dauern. „Wir hatten noch nicht die Gelegenheit, alle Aspekte des Falls zu untersuchen.“ VW will sich mit dem Rückruf der vom Abgas-Skandal betroffenen Diesel-Autos bis 2016 Zeit lassen.

In Deutschland hat Volkswagen dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) fristgerecht einen Zeit- und Maßnahmenplan zur Bewältigung des Abgas-Skandals vorgelegt. Das „umfangreiche Schreiben“ sei am Mittwoch eingegangen, es werde darin von einer Rückrufaktion gesprochen, sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin. Das KBA brauche nun einige Tage Zeit, um die Pläne zu prüfen.

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