Abgasbetrug
Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Renault

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Fiat-Chef hofft auf Donald Trump

Es laufe deswegen seit November auch ein Mediationsverfahren der EU-Kommission mit Italien und Deutschland. Die EU habe dort auch eigene Messungen vorgelegt. Ende Januar sei ein weiteres Treffen geplant gewesen, was aber von Italien abgesagt worden sei. „Wir fordern von der EU-Kommission daher einen neuen, zeitnahen Termin.”

Die EU-Kommission will Insidern zufolge in den kommenden Wochen einen Leitfaden präsentieren, welche technischen Vorrichtungen als illegale Abschalteinrichtungen anzusehen sind. Diese Vorgaben wäre nicht bindend, könnten aber Grundlage für spätere Verfahren über Vertragsverletzungen sein.

Nach Vermutung der US-Behörde EPA hat Fiat-Chrysler bei Fahrzeugen in den USA illegal eine Software zur Manipulation von Schadstoffemissionen eingesetzt. Das Management um Konzernchef Sergio Marchionne hat diesen Vorwurf vehement zurückgewiesen und setzt seine Hoffnungen auf die neue US-Regierung unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump. Dem Unternehmen droht eine Strafe von maximal 4,6 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro).

Die entscheidende Frage ist, ob die von Fiat-Chrysler eingesetzte Software in den USA als illegale Abschalteinrichtung gewertet wird. Das Unternehmen vertritt den Standpunkt, nach den geltenden behördlichen Vorgaben sei dies nicht der Fall.

Volkswagen hatte nach langem Ringen mit der EPA im September 2015 zugegeben, eine illegale Software in der Motorsteuerung eingebaut zu haben. Diese sorgt dafür, dass Grenzwerte für gesundheitsschädliches Stickoxid nur auf dem Prüfstand eingehalten werden. Im normalen Straßenverkehr ist der Schadstoffausstoß um ein Vielfaches höher. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Die Aufarbeitung des Abgasskandals kostet den Wolfsburger Konzern voraussichtlich mehr als 20 Milliarden Euro. Analysten halten sogar mehr als 30 Milliarden für möglich.

Neben der weiter laufenden Aufarbeitung des Dieselskandals, der Volkswagen in die tiefste Krise seiner Geschichte gestürzt hat, bemüht sich das Management, den Umbau nicht aus den Augen zu verlieren. „Unverändert und mit Nachdruck müssen wir den Wandel im Denken und Handeln vorantreiben, den Volkswagen braucht”, schrieben Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch und Vorstandschef Matthias Müller in einem Brief an die Mitarbeiter, der Reuters vorlag. Dabei schließt die Konzernspitze offenbar weitere Enthüllungen nicht aus. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in den Medien auch weiterhin intensiv über uns berichtet und auch spekuliert wird. Es ist wichtig, dass wir uns davon nicht beirren lassen.” Volkswagen brauche die ganze Kraft und Konzentration seiner Mitarbeiter, um das Unternehmen weiter auf die Zukunft auszurichten.

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Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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