Abgasbetrug Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Renault

Hat auch Renault bei den Abgaswerten betrogen? Die Staatsanwaltschaft in Frankreich geht dem Verdacht jetzt nach. Der Autobauer streitet die Vorwürfe ab – die Renault-Aktie stürzte zeitweise ab.
Update: 13.01.2017 - 15:59 Uhr Kommentieren
Es besteht der Verdacht, dass der französische Autobauer auch falsche Abgaswerte angegeben hat. Quelle: dpa
Renault

Es besteht der Verdacht, dass der französische Autobauer auch falsche Abgaswerte angegeben hat.

(Foto: dpa)

Paris, Brüssel, BerlinIm Sog des VW-Dieselskandals geraten immer mehr Autobauer ins Visier der Ermittler. Nach Fiat-Chrysler, dem die US-Umweltbehörde EPA einen massiven Verstoß gegen das Luftreinhaltegesetz vorwirft, gerät nun in Europa auch der französische Autobauer Renault stärker unter Druck. Die Pariser Staatsanwaltschaft prüft einem Insider zufolge einen möglichen Abgasbetrug bei Europas zweitgrößtem Autobauer, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag aus Justizkreisen erfuhr.

Die Ermittlungen in dem Fall sind offenbar so weit gediehen, dass inzwischen Richter mit der Frage befasst sind, ob es zum Prozess kommt. Renault wies den Schummelverdacht zurück. Das Unternehmen beachte alle Gesetze zu Abgasemissionen.

Die Renault-Aktie verlor deutlich an Wert. Der Kurs sank zeitweise um vier Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr, ehe er sich wieder etwas erholte. Vor einem Jahr hatte eine Razzia bei Renault im Zusammenhang mit einer Überprüfung von Abgaswerten für Unruhe in der Autobranche gesorgt und binnen kurzer Zeit mehr als fünf Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet.

Auch Fiat-Chrysler geriet in Europa ins Fadenkreuz. Die EU-Kommission forderte Italien auf, gegen den Autobauer gerichtete Vorwürfe des Bundesverkehrsministeriums zu entkräften. Dem italienisch-amerikanischen Konzern wird vorgehalten, in Dieselmotoren eine illegale Software einzusetzen. Nach Messungen des Flensburger Kraftfahrt-Bundesamts schaltet in bestimmten Fahrzeugen die Abgasreinigung jeweils nach 22 Minuten vollständig ab. Abgastests dauern in der Regel nur 20 Minuten.

Was am Renault Talisman Grandtour gefällt, und was nicht
Blickfang mit Rückspiegelpräsenz
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Der Talisman fällt vielleicht erst auf den zweiten Blick auf, kommt dann aber mit galanter Linie im Frontbereich daher, die vor allem Passat-Fahrern bekannt vorkommen könnte. Die lang nach vorn auslaufende Motorhaube und die weit außen sitzenden Scheinwerfer erinnern stark an die Konkurrenz aus Wolfsburg.

Ansprechende Linien beim Tagfahrlicht
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Das große „C“ beim Tagfahrlicht gibt es beim Passat GTE auch. Beim Volkswagen steht es jedoch selbstständig unter den Frontscheinwerfern. Renault betont mit der Lichtspange hingegen die Kanten der Talisman-Front auf Scheinwerferhöhe, was durchaus gefällig wirkt.

Ab der zweithöchsten von drei Ausstattungslinien (Intens ab 33.850 Euro) kommt der Talisman serienmäßig mit modernen Voll-LED-Scheinwerfern. Sie bringen viel Licht auf dunkle Straßen und passen gut zum stets serienmäßigen LED-Tagfahrlicht. Wer den Einsteiger-Talisman ab 28.950 Euro mit den „LED Pure Vision“ genannten Scheinwerfer fahren will, muss jedoch 1100 Euro mehr im Budget einplanen.

Durchaus einladend
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In der mittleren und oberen Ausstattungslinie geizt Renault nicht mit Leder. Wirft man die gut funktionierende Sitzmassage an, wird die Entspannungsphase aber durch leises Knarzen aus dem Polster gestört.

Eingeschränkte Sicht in Reihe Zwei
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Üppig beledert und komfortabel gepolstert ist auch das Gestühl im Fond. Vor Blicken und greller Sonne schützen die Mitfahrer hier Sonnenrollos in den Türen. Gut zu erkennen an der geschlossenen Tür am Ende der Sitzbank: Die ansteigende Seitenlinie fordert bei der Aussicht ihren Tribut. Kinder und kurzgewachsene Mitfahrer werden die vorbeihuschende Umwelt vermutlich nur ausschnittweise wahrnehmen.

Elektrische Heckklappe mit Fußsensor
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Auch mit vollen Händen die Heckklappe öffnen, soll im Talisman dank Fußsensor kein Problem sein – wenn man ihn denn erwischt. Bei unseren Testfahren konnten wir den Mechanismus nach keinem ersichtlichen Muster wiederholbar aktivieren. Vielleicht können wir aber auch einfach nicht so gut auf einem Bein balancieren. Obacht ist zudem in niedrigen Tiefgaragen und Parkhäusern geboten: Die Heckklappe öffnet bis zu einer Höhe von 2,11 Metern. Mit Pech stoppt eine Betondecke das Aufwärtsstreben allerdings schon 20 Zentimeter vorher.

Schön geräumig
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Ordentliche 1681 Liter passen in den Grandtour, wenn auch auf einer nicht ganz ebenen Ladefläche. Ein Plus: Die hintere Sitzbank lässt sich sehr bequem und mit sattem Tempo per Fingerlasche an den Kofferraumseiten umlegen.

Bastelstunde
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Abzüge in der B-Note gibt es für die umständliche Verstauung der Laderaumabdeckung. Einerseits muss man sich weit ins Fahrzeug hineinbeugen, um das Teil wenig rückenfreundlich auf Höhe der Fond-Rückenlehnen zu versenken. Andererseits mussten wir die größere der zwei Ladebodenabdeckungen zuvor komplett herausnehmen anstatt sie nur hochzuklappen.

Eine Kommissionssprecherin nannte die in den USA gegen Fiat Chrysler erhobenen Vorwürfe besorgniserregend. Man werde mit der US-Umweltbehörde EPA, den EU-Mitgliedstaaten und Fiat zusammenarbeiten, um mögliche Konsequenzen für in Europa verkaufte Fahrzeuge zu ermitteln. Allerdings sei die Durchsetzungsmacht der EU-Kommission in diesem Fall begrenzt.

Das Bundesverkehrsministerium sieht sich in seinem Verdacht bestätigt: „Es ist gut, dass die Kommission jetzt endlich den Druck auf Fiat und Italien erhöht”, sagte ein Sprecher. „Das zeigt, dass wir von Anfang an richtig lagen.” Fiat verwende illegale Abschalteinrichtungen.

Fiat-Chef hofft auf Donald Trump
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