Abgasskandal

Anleger verklagen VW auf 8,2 Milliarden Euro

Im Abgasskandal bei Volkswagen ist die Zahl der Schadensersatz-Klagen von Anlegern auf rund 1400 gestiegen. Sie fordern insgesamt rund 8,2 Milliarden Euro ein. Allein am Montag gab es Hunderte neuer Klagen.
35 Kommentare
Alleine am Montag wurden hier rund 750 weitere Schadensersatzklagen gegen VW eingereicht. Quelle: dpa
Landgericht Braunschweig

Alleine am Montag wurden hier rund 750 weitere Schadensersatzklagen gegen VW eingereicht.

(Foto: dpa)

BraunschweigEin Jahr nach Bekanntwerden des VW-Dieselskandals liegen dem Landgericht Braunschweig Klagen mit einem Streitwert von insgesamt rund 8,2 Milliarden Euro vor. Derzeit seien rund 1400 Schadenersatzklagen von Anlegern gegen Volkswagen anhängig, teilte das Landgericht am Mittwoch mit.

Alleine am Montag, an dem die Verjährungsfrist für Schadensersatzansprüche ablief, seien von einer Rechtsanwaltskanzlei rund 750 weitere Schadensersatzklagen eingereicht worden. Dabei handele es sich überwiegend um Klagen von Privatanlegern. Darunter seien aber auch zwei Klagen von mehreren institutionellen Anlegern mit einem Streitwert von zusammen zwei Milliarden Euro.

VW war im Dieselskandal bereits zuvor mit Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe konfrontiert. Die größte Klage über insgesamt fast 3,3 Milliarden Euro hatte im Namen von institutionellen Anlegern vor einem halben Jahr der Tübinger Rechtsanwalt Andreas Tilp eingereicht. Weitere Klagen kamen von den Kanzleien Nieding und Barth sowie von Quinn Emanuel.

Die Kläger werfen VW vor, zu spät über die millionenfache Manipulation von Abgaswerten bei Dieselmotoren informiert zu haben. Der Wolfsburger Autobauer hatte zugegeben, Abgaswerte in den USA mit einer verbotenen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind elf Millionen Fahrzeuge mit dieser Software ausgestattet.

Wie das Landgericht nun mitteilte, sind unter den Klagen weitere gebündelte Klagen institutioneller Anleger mit einem Streitwert von 30 Millionen Euro, von 160 Anlegern mit 1,5 Milliarden Euro, von 565 Anlegern mit einem Streitwert von 550 Millionen Euro sowie von einer Investmentgesellschaft mit 45 Millionen Euro.

Zudem lägen Klagen des Bayerischen Pensionsfonds über 700.000 Euro, des Versorgungsfonds des Landes Baden-Württemberg über 1,1 Millionen Euro und des Sondervermögens Rücklagen des Landes Hessen über 4 Millionen und der USA über 30 Millionen Euro vor. Es sei zudem noch eine Vielzahl von Klagen privater Anleger und Gesellschaften eingegangen. Aufgrund der Klagewelle seien vom Landgericht zusätzliche Kapazitäten geschaffen und das Personal verstärkt worden. Die vollständige Erfassung der hinzugekommenen Klagen soll in rund vier Wochen abgeschlossen sein.

Unterdessen gerät Audi-Chef Rupert Stadler zunehmend unter Druck. Nach Angaben von VW muss er im VW-Dieselskandal vor den internen Ermittlern aussagen. Der „Spiegel“ hatte berichtet, die vom VW-Aufsichtsrat beauftragten Spezialisten der Kanzlei Jones Day würden Stadler ausführlich dazu befragen, wann er von dem Einsatz der verbotenen Software für die Motorsteuerung erfahren hat. Stadler ist seit 2007 Chef der VW-Tochter Audi.

  • dpa
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Abgasskandal - Anleger verklagen VW auf 8,2 Milliarden Euro

35 Kommentare zu "Abgasskandal: Anleger verklagen VW auf 8,2 Milliarden Euro"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zur Diskussion zu zwischen @Herr Harald Trautmann (21.09.2016, 13:45 Uhr, 13:38 Uhr, 13:24 Uhr, 13:18 Uhr, 12:57 Uhr) und @Herr Marc Hofmann (21.09.2016, 13:31 Uhr, 12:38 Uhr):

    http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2016/09/island-nations-leading-role-renewable-energy-160922070430016.html

    Ausschnitt daraus: “Many people don't yet realise that renewables are winning against fossil fuels. Coal, oil and natural gas are on the way out and their decline is irreversible, write Nasheed and Kennedy”

  • Zur Diskussion zu http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/abgasskandal-anleger-verklagen-vw-auf-8-2-milliarden-euro/v_detail_tab_comments/14578890.html?commentSort=debate&pageNumber=3 zwischen @Herr Harald Trautmann (21.09.2016, 13:45 Uhr, 13:38 Uhr, 13:24 Uhr, 13:18 Uhr, 12:57 Uhr) und
    @Herr Marc Hofmann (21.09.2016, 13:31 Uhr, 12:38 Uhr):

    http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2016/09/island-nations-leading-role-renewable-energy-160922070430016.html

    Ausschnitt daraus: “Many people don't yet realise that renewables are winning against fossil fuels. Coal, oil and natural gas are on the way out and their decline is irreversible, write Nasheed and Kennedy”

  • Tja, am Ende ist Ihr Kopf doch stärker als der Regierungs-Schwachsinn. Weiter so.

  • Murphy, dieser alte Gauner und die Natur oder beide SORGEN ständig dafür, das sich die Bedingungen ändern ... sorry ;-)


  • @ Baron v. Fink
    Wir verstehen uns, wäre schön! :-)

  • @ Baron v. Fink
    Es geht nicht um Untergang, oder arm und reich, das sind Ideologien, genau wie die ganzen politischen Farbenspiele von rot, grün, blau, schwarz, gelb.
    Es geht doch in einem einmaligen Menschenleben darum, das eigene Leben zu einem freudigen Erlebnis zu machen. Das erfordert Mühe. Außer der Mühe erfordert es aber auch Mut, den Mut, den gewöhnten Lebensstil zu ändern und sich für einen besseren zu entscheiden. Es ist nicht unmöglich etwas zu verändern, es ist nur schwierig. „Murphy, dieser alte Gauner und die Natur oder beide wären ständig dafür sorgen, das die Bedingungen sich ändern“ man kann eben nicht alles im Leben vorausplanen oder vom Ende her denken, weil man die Zukunft nicht kennt. Wir alle Leben, wenn wir Glück haben, 70- 80 Jahre auf der Erde. Danach ist Ende Gelände. Also warum lassen wir uns tagtäglich von den Miesmachern aus Medien, Wirtschaft und Politk die Laune verderben, anstatt die wahren Werte des Lebens zu erkennen. Letztlich wollen Sie Herr Baron und auch ich „Bildungsferner“ nur ein glückliches und gutes Leben führen, anderen den gleichen Respekt und Fairness entgegenbringen, den man selbst vom Gegenüber erwartet. Natürlich gibt es auch böse Menschen, diese wurden aber erst durch ihr soziales und gesellschaftliches Umfeld dazu gemacht. Wie in unserer heutigen Zeit, mit Internet und Massenmedien, die alle genau wissen, wei die Welt und wir funktionieren. Tun sie aber nicht, weil sie den „menschlichen Faktor“ dabei vergessen. Menschen sind keine Ökonomieroboter und auch kein Humankapital. Ob arm oder reich, letztlich wollen wir alle nur glücklich und zufrieden durch dieses Leben gehen. Reiche sollten nie vergessen, wieviel Glück ihnen das Leben als Vorschuß mit auf den Weg gab. Also bitte nicht immr nach unten treten, sondern Verantwortung für eine bessere Welt übernehmen, wenn man auf der Sonnenseite steht. Nicht jeder hatte dieses Glück oder die passenden Umstände, und nicht jeder kann es auch schaffen!

  • Ausweichende Kommentare und Entschuldigungen nehme ich natürlich großzügig, Herr Trautmann, von ihnen entgegen. Sachlich, am Thema orientiert, ist das allerdings nicht, da sind doch die Dividenden, Kurse und all das Teufelszeug
    wichtiger.

  • @ Baron v. Fink

    Es geht nicht um den Untergang, sondern darum, dass ich als Mensch nur ein einmaliges, hoffentlich 70-80 Jahre lang währendes Leben habe, das ich so lange wie möglich unversehrt und gesund erleben möchte. Ist das so schwer zu verstehen? Im Grunde streben wir doch alle nur danach, glücklich und gesund auf einem intakten Planeten zu leben und das Leben soweit wie möglich zu genießen. Aber braucht es dafür wirklich immer mehr Wachstumsraten bei gleichzeitiger Umweltzerstörung? Mal unter uns Herr Baron v. Fink, es braucht den ganzen Prunk und Tant, für welchem wir uns unsere Psyche und Gesundheit tagtäglich ruinieren doch gar nicht. Warum lassen wir uns dies von den Marketingabteilungen der Wirtschaft + Industire immer wieder einreden. Wir könnten mit soviel weniger viel zufriedener sein, wenn wir unsere Prioritäten anders gewichten würden. Irgendwann sind Sie ein alter Mann und erkennen, dass die Dinge, denen sie tagtäglich im Hamsterrad der Ellenbogengesellschaft hinterhergejagt sind, ihre Psyche und Gesundheit ruiniert haben, letztlich nichts wert sind. Sie persönlich gehen wieder als nackter bettelarmer Mann, alles dahin, der schöne angehäufte Reichtum, das Haus, das dicke Auto um die Nachbarn und Freunde zu beeindrucken. Und die Erben? Ja die haben Spaß und bringen dann ihr Vermögen durch, dafür haben sie sich ein Leben lang den Arsch aufgerissen? :-) Wie doof kann man eigentlich noch sein? Sorry, wenn ich es so krass ausdrücke, aber vielleicht begreifen Sie jetzt, um was es im Leben geht. Es geht nicht um Börsenkurse und Excelcharts, sondern darum, einfach nur zu leben und glücklich zu sein.

  • Herr Harald Trautmann@Sie und ihre Freunde sind doch mit irgend einen erfundenen Untergang zu allem zu bewegen und deshalb macht man Ihnen Angst. Schon merkwürdig, dass unter den Gletschern Pflanzen waren oder ? Glauben sie weiter an den Schmarn, den Ihnen die Regierung serviert, verarmen Sie daran, wenn Sie wollen aber denken Sie daran, dass dadurch andere wohlhabend werden.
    An den Schiffen wird immer gut verdient werden, das sind Maut-Aktien, wenn das auch der normale Anleger nicht versteht.

  • Zu Hannibal und seiner Alpen-/Passüberquerung:

    „Der überschrittene Pass ist bis heute unklar. Untersuchungen weisen auf klimatische Warmphasen und eine höhere Baumgrenze hin.
    Bisherige Berichte von Funden geben keinen eindeutigen Aufschluss.

    Ich wiederhole nochmal zum Mitlesen: „... bisherige Berichte von Funden geben KEINEN eindeutingen Aufschluss“!

    Nichts weiß man nicht!
    Soviel zu Ihren Fakten!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%