Abgasskandal in den USA
VW legt weitere Milliarden für Rechtskosten zurück

Der Rechtsstreit um den Dieselskandal in Nordamerika droht für VW ein Fass ohne Boden zu werden. Der Autobauer erhöht seine Rückstellungen erneut um Milliarden. Doch die Neuausrichtung zeigt auch erste Erfolge.

WolfsburgMitten in der Abgaskrise feiert Volkswagen erste Erfolge seiner Neuausrichtung: Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen stieg im ersten Halbjahr trotz Gegenwinds in mehreren Ländern und schrumpfenden Marktanteilen um etwas mehr eine halbe Milliarde auf 7,5 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Als Grund nannten die Wolfsburger eine Verbesserung des Ergebnisses der Hauptmarke VW im zweiten Quartal.

Dadurch stieg das operative Ergebnis des Konzerns binnen Jahresfrist um ein Fünftel und der von der Abgaskrise erschütterte Autobauer schaffte eines der besten Quartale in seiner Geschichte. An der Börse knallten die Sektkorken. Die VW-Aktie gewann fast sieben Prozent an Wert.

„Wie schnell dieser Tanker durch Einsparungen den Kurs gewechselt hat, ist höchst respektabel“, sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. „Die Zahlen sind spektakulär.“ Der Autoanalyst verwies auf die zahlreichen Baustellen, die das Management um Konzernchef Matthias Müller neben der Abgaskrise beackern müsse. „Da ist nicht nur der Mount Everest an Problemen wegen Dieselgate. Das Geschäft in Russland ist schwach, Südamerika hängt durch und in den USA spielt VW kaum noch eine Rolle. Dass der Konzern in dieser Situation ein solches Ergebnis aus der Hüfte schießt – alle Achtung.“

Dabei fielen die gut zwei Milliarden Euro, die VW wegen rechtlicher Risiken in Nordamerika zusätzlich zur Seite legte, kaum ins Gewicht. Auch dass das Ergebnis dadurch auf 5,3 Milliarden Euro schrumpfte, beeindruckte einige Analysten wenig. Was zählte, waren die Erfolge bei der Marke VW, die seit einem Jahr von Herbert Diess geleitet wird.

Der frühere BMW-Manager hat der schwächelnden Marke mit dem VW-Logo einen Sparkurs verordnet und fährt erste Erfolge ein. Zugleich richtet er das Aushängeschild des Wolfsburger Konzerns für die Elektromobilität und die Digitalisierung neu aus. Nach den Diskussionen der vergangenen Jahre über mangelnde Effizienz bei VW scheine es so, dass die Programme nun wirkten, sagte Michael Punzet von der DZ Bank. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit wegen des Abgasbetrugs bleibe er jedoch skeptisch.

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VW legt weitere Milliarden für Rechtskosten zurück

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In den USA und Kanada drohen weitere Belastungen

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