Abgasskandal

US-Justiz droht Volkswagen mit Rekordstrafe

Laut Medienberichten sollen sich Volkswagen und die US-Justiz in Gesprächen über die strafrechtlichen Folgen des Abgasskandals befinden. Auf das Unternehmen könnte somit eine weitere Milliardenstrafe zukommen.
Update: 16.08.2016 - 12:05 Uhr
Möglicherweise kommt in den USA auch ein Strafverfahren auf Volkswagen zu. Quelle: dpa
Volkswagen in USA

Möglicherweise kommt in den USA auch ein Strafverfahren auf Volkswagen zu.

(Foto: dpa)

WashingtonVolkswagen geht in den USA die nächste Hürde zur Beilegung des Abgasskandals an. Nach dem milliardenschweren Vergleich zur Entschädigung der Kunden für manipulierte Dieselmotoren führten die Wolfsburger nun erste Gespräche über mögliche Strafzahlungen, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Vertreter von VW hätten in der Hauptstadt Washington mit Beamten des Justizministeriums über eine Beilegung der strafrechtlichen Ermittlungen verhandelt. Das „Wall Street Journal“ berichtete, dem deutschen Autobauer könne eine Strafe von mehr als 1,2 Milliarden Dollar aufgebrummt werden.

Volkswagen äußerte sich nicht zu einer möglichen Strafe. Der Konzern sei bestrebt, das Vertrauen der Kunden, Händler, Aufsichtsbehörden und der amerikanischen Öffentlichkeit zurückzugewinnen. VW kooperiere mit den Behörden. Die Gespräche würden fortgesetzt, um noch offene Fragen zu klären.

Analysten halten es für wahrscheinlich, dass Volkswagen für seine Manipulation der Abgaswerte von Dieselmotoren in den USA eine Rekordstrafe leisten muss. „Es ist zu erwarten, dass sie über dem liegt, was Toyota bezahlen musste“, sagte Frank Schwope von der NordLB. Der japanische Weltmarktführer Toyota hatte für klemmende Gaspedale die bisher höchste Strafe eines Autobauers in den USA von 1,2 Milliarden Dollar geleistet. Branchenexperte Arndt Ellinghorst von Evercore ISI geht von einer Strafe für VW zwischen einer und drei Milliarden Euro aus.

Eine Beilegung der strafrechtlichen Ermittlungen könnte nach Reuters-Informationen im Wege einer nach US-Recht möglichen Konsensvereinbarung ohne Schuldeingeständnis erreicht werden. Ein solcher Kompromiss könne neben einer empfindlichen Strafe auch eine Überwachung des Konzerns durch einen unabhängigen Gutachter beinhalten. Das US-Justizministerium lehnte einen Kommentar ab.

Das ist die Flotte von VW
Vier Falcon 7X
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Im Jahr 2005 feierte das Spitzenmodell des französischen Herstellers Dassault seine Premiere auf der "Le Bourget Air Show". Vier Exemplare gehören heute zur Flotte von Lion Air Services, der Privatjet-Tochter von VW. Das Modell kann nonstop bis zu 11.000 Kilometer zurücklegen und biete Platz für bis zu 19 Passagiere. Dafür muss man allerdings einen stolzen Listenpreis von 41 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Drei Dassault Falcon 900EX
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Den zweigrößten Anteil an der VW-Flotte macht ein etwas älteres Modell von Dassault. Aus. Die 900EX fliegt bis zu 8400 Kilometer weit und ist auch langsamer als die 7X.

Eine Dassault Falcon 2000
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Nicht nur das Foto lässt es erahnen: die Dassault Falcon 2000 ist schon ein wenig in die Jahre gekommen und taugt mit 5.400 Kilometern Reichweite auch nicht für einen Direktflug nach China oder Südamerika. Aber immer noch ist ein Exemplar in der Flotte von Lion Air Services.

Eine Dassault Falcon 900B
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Ein paar Jahre haut auch die Falcon 900B auf dem Buckel. Mit einer Reichweite von 7.400 Kilometern ist sie für die VW-Privatjetflotte aber immer noch vielseitig einsetzbar.

Eine Airbus ACJ319
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Normalerweise sind mit mit der Privatjet-Version des Passagierfliegers fast nur Staatschefs und gekrönte Häupter unterwegs. Doch auch VW hat ein Exemplar in der Flotte. Der Jet hat nicht nur eine Reichweite von 11.100 Kilometern, sondern bietet auch allen Komfort im Inneren...

Der Airbus ACJ319
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Auch wenn Volkswagen keine offiziellen Fotos der eigenen Flieger herausgibt: So präsentiert Hersteller Airbus den Innenraum auf den Flugzeugmessen. Im Schnitt werden die Flugzeuge mit Sitzplätzen für acht Passagiere ausgeliefert. Und die erwartet ungemeiner Komfort.

Bruchlandung
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Nicht immer gehen die Flüge glimpflich aus. Die Nase eines VW-Business-Jets küsst die Wiese auf dem Emdener Flughafen. Am 18. November 2009 war er über die Landebahn gerutscht. Die Passagiere kamen mit dem Schrecken davon.

Der Skandal um jahrelang manipulierte Abgaswerte bei Diesel-Fahrzeugen war in den USA aufgeflogen. Der Ende Juni mit den US-Behörden erzielte Kompromiss über den Rückkauf oder die Reparatur von 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren sowie Investitionen in Umweltfonds deckt den zivilrechtlichen Teil des Streits ab. Es ist mit bis zu 15,3 Milliarden Dollar bereits die höchste je von einem Autobauer in den USA geleistete Wiedergutmachung. Gemessen daran gehen Experten davon aus, dass auch die Beilegung der strafrechtlichen Ermittlungen für VW teuer werden dürfte.

Volkswagen hatte seine Rückstellungen wegen weiterer rechtlicher Risiken im Zusammenhang mit dem Abgasskandal jüngst um 1,6 Milliarden Euro auf 17,8 Milliarden aufgestockt. Davon wird ein großer Teil von dem Vergleich mit Behörden und Hunderten Privatklägern in den USA verschlungen, für den das Bezirksgericht in San Francisco jüngst vorläufig grünes Licht gegeben hat.

  • rtr
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