Abgasskandal
US-Senatoren drängen VW zu Rückkäufen

Keine Almosen mehr: In einem Brief wenden sich demokratische Senatoren an Volkswagens Amerikachef Michael Horn und fordern den Konzern auf, die Autos zu einem „fairen Marktpreis“ zurückzukaufen.

Los AngelesWashington macht Druck auf Volkswagen. Die Senatoren Richard Blumenthal aus Connecticut und Ed Markey aus Massachussets, beides Demokraten, haben sich in einem Brief an Volkswagens Amerikachef Michael Horn gewandt und harte Forderungen gestellt.

So drängen die Senatoren auf eine „robustere Entschädigung“ für all jene VW-Fahrer, die von dem Emissionsskandal betroffen sind. „Wir fordern ausdrücklich, dass Sie unverzüglich VWs Bereitschaft ankündigen, die betroffenen Fahrzeuge zurückzukaufen“, heißt es in dem Brief, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Dabei sollen die VW-Besitzer einen „fairen Marktwert“ für die Fahrzeuge bekommen, fordern die Senatoren.

Ermittelt werden soll dazu, was die Autos vor dem Bekanntwerden der Abgasmanipulationen wert waren. Am 18. September hatten die US-Umweltbehörde EPA und der kalifornische Regulierer Carb den Skandal ins Rollen gebracht. In den USA sind rund 500.000 Diesel-Fahrzeuge betroffen, darunter auch einige der Luxus-Marken Audi und Porsche, die zum VW-Konzern gehören.

Der Autobauer hatte vergangene Woche angekündigt, Rückkäufe in Europa zu erwägen. Dabei geht es jedoch nicht wie in den USA um Stickstoff-, sondern um CO2-Emissionen.

Den Zeitpunkt für den Brief haben die Senatoren geschickt gewählt. Am Freitag müssen VW-Mitarbeiter den Regulierern in einem Plan erläutern, wie die Rückrufe organisiert und die Autos repariert werden sollen. Carb-Chefin Mary Nichols hatte im Gespräch mit dem Handelsblatt ebenfalls darauf hingewiesen, dass ein Teil der Autos wahrscheinlich zurückgekauft werden müssen, weil sie nicht repariert werden können.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda
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