Abgasskandal

US-Senatoren drängen VW zu Rückkäufen

Keine Almosen mehr: In einem Brief wenden sich demokratische Senatoren an Volkswagens Amerikachef Michael Horn und fordern den Konzern auf, die Autos zu einem „fairen Marktpreis“ zurückzukaufen.

Statt Nachrüstung: Muss VW seine Autos zurückkaufen?

Statt Nachrüstung: Muss VW seine Autos zurückkaufen?

Los AngelesWashington macht Druck auf Volkswagen. Die Senatoren Richard Blumenthal aus Connecticut und Ed Markey aus Massachussets, beides Demokraten, haben sich in einem Brief an Volkswagens Amerikachef Michael Horn gewandt und harte Forderungen gestellt.

So drängen die Senatoren auf eine „robustere Entschädigung“ für all jene VW-Fahrer, die von dem Emissionsskandal betroffen sind. „Wir fordern ausdrücklich, dass Sie unverzüglich VWs Bereitschaft ankündigen, die betroffenen Fahrzeuge zurückzukaufen“, heißt es in dem Brief, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Dabei sollen die VW-Besitzer einen „fairen Marktwert“ für die Fahrzeuge bekommen, fordern die Senatoren.

Ermittelt werden soll dazu, was die Autos vor dem Bekanntwerden der Abgasmanipulationen wert waren. Am 18. September hatten die US-Umweltbehörde EPA und der kalifornische Regulierer Carb den Skandal ins Rollen gebracht. In den USA sind rund 500.000 Diesel-Fahrzeuge betroffen, darunter auch einige der Luxus-Marken Audi und Porsche, die zum VW-Konzern gehören.

Die lange Liste der Offenbarung
Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Für manche Nicht-Auto-Experten war es ja überraschend, dass Porsche überhaupt Diesel verkauft. Doch zumindest dieses Modell wird nach den neuesten Vorwürfen in der Abgas-Affäre nun in den USA nicht mehr verkauft. Dies sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte ein Sprecher am 4. November 2015.

Wie die Konzernmutter VW hat Porsche die kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA genannten Manipulationen auch größerer Diesel-Aggregate bislang nicht eingeräumt. Noch werden die Vorwürfe geprüft, wobei man mit der EPA kooperiert.

Porsche hat seit dem Jahresbeginn in den USA gut 12.000 Cayennes ausgeliefert, rund 3.000 davon hatten einen Dieselmotor. Die beanstandeten Motoren kommen von Audi.

Porsche Cayenne Diesel mit 3,0 Liter-V6, Modelljahrgang 2015
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Von den Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA sind rund 3.000 Dieselfahrzeuge des Sportwagenbauers Porsche betroffen, dies hat die VW-Tochter bestätigt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Diesel-Cayennes, die von Januar bis September in den USA ausgeliefert wurden. Das ist knapp ein Viertel aller 2015 in den Vereinigten Staaten an die Kunden übergebenen Cayennes.

Bisher sagte Porsche auf Fragen zu etwaigen Verwicklungen in den Abgasskandal, man habe damit nichts zu tun, auch weil es nur um Vierzylinder-Motoren gehe - so kleine Motoren habe man aber gar nicht im Sortiment.

Unter Verdacht: Ältere 3-Liter-Diesel
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Die US-Umweltschutzbehörde EPA teilte am 20. November mit, Vertreter von VW und Audi hätten erklärt, dass alle in den USA verkauften Autos mit Drei-Liter-Dieselmotoren der Modelljahre 2009 bis 2016 mit einer nicht zugelassenen Software-Funktion zur Abgaskontrolle ausgerüstet seien.

Bis zu diesem Zeitpunkt war nur von rund 10.000 Fahrzeugen der Modelljahre 2014 bis 2016 die Rede gewesen. Nach Angaben der EPA geht es nun um rund 75.000 zusätzliche Fahrzeuge aus den Jahren davor, also insgesamt 85.000 Autos.

Von den neuen Vorwürfen betroffen sind die Audi-Modelle A6, A7, Q5 und Q7 mit dem 3,0-Liter-TDI-Motor der Modelljahrgänge 2009 bis heute.

Angeblich betroffen: Volkswagen Touareg, 3.0 L Diesel V6
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Die Motoren werden im VW Touareg (Modelljahrgang 2014) und Porsche Cayenne (Modelljahrgang 2015) sowie in größeren Audi-Modellen des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Angeblich betroffen: Audi A8 und A8 Langversion
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Nach Porsche stoppten per Mitteilung vom 4. November auch Audi und Volkswagen den Verkauf von V6-TDI-Dieseln in den USA. Betroffen sind unter anderem die Audi-Modelle A6, A7 und A8 sowie die Geländewagen Q5 und Q7 mit TDI-Motor. Bei Volkswagen ist der VW-Touareg betroffen.

Die Marken reagieren damit auf den Vorwurf, auch bei dem großen Dieselmotor die Abgaswerte manipuliert zu haben. Der VW-Konzern bestreitet den Vorwurf, da es sich um ein gängiges und legales System zur Abgasregulierung handele, das der Konzern bei der Zulassung in den USA aber nicht angegeben habe.

Angeblich betroffen: Audi Q5
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Betroffen: Audi A6 quattro
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Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) wirft dem Volkswagen-Konzern vor, nicht nur bei den bisher bekannten Motoren, sondern auch bei 3,0-Liter-V6-Dieselaggregaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. VW wies die Behauptung zurück. Die Motoren werden bei Audi im A6 quattro, A7 quattro, A8, A8L und Q5 des Modelljahrgangs 2016 eingesetzt.

Der Autobauer hatte vergangene Woche angekündigt, Rückkäufe in Europa zu erwägen. Dabei geht es jedoch nicht wie in den USA um Stickstoff-, sondern um CO2-Emissionen.

Den Zeitpunkt für den Brief haben die Senatoren geschickt gewählt. Am Freitag müssen VW-Mitarbeiter den Regulierern in einem Plan erläutern, wie die Rückrufe organisiert und die Autos repariert werden sollen. Carb-Chefin Mary Nichols hatte im Gespräch mit dem Handelsblatt ebenfalls darauf hingewiesen, dass ein Teil der Autos wahrscheinlich zurückgekauft werden müssen, weil sie nicht repariert werden können.

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