Abgeglichen
Airbus hat Mitarbeiter heimlich überprüft

Erst die Telekom, dann die Bahn und nun auch noch Airbus: Der Flugzeughersteller hat heimlich Daten aller Mitarbeiter unter die Lupe genommen - und das flächendeckend, wie Airbus inzwischen bestätigt hat. Der Betriebsrat wusste von der Geheimaktion nichts.

HB HAMBURG. Auch die EADS-Tochter Airbus Deutschland hat heimlich flächendeckend Daten der Mitarbeiter abgeglichen. Ein Airbus-Sprecher bestätigte am Mittwochabend entsprechende Informationen des "Hamburger Abendblatts" (Donnerstagausgabe). Im Jahr 2007 seien die Kontonummern aller Beschäftigten mit den Kontonummern von Zulieferern abgeglichen worden. Das neue Airbus-Management habe angesichts des Datenaffären bei der Deutschen Bahn und der Deutschen Telekom überprüft, ob es ähnliche Fälle auch bei Airbus gegeben habe und dann unverzüglich den Betriebsrat informiert, sagte der Sprecher. Von der Überprüfung seien alle rund 20 000 Beschäftigte betroffen gewesen.

Der Betriebsrat war über diese Aktion nach eigenen Angaben zuvor nicht informiert worden. "Wir lassen den Sachverhalt jetzt juristisch prüfen", sagte der Betriebsratschef des Hamburger Werks, Horst Niehus, dem "Abendblatt". Auch das Amt des Hamburger Datenschutzbeauftragten prüfe, ob es als Aufsichtsbehörde nach Paragraf 38 des Bundesdatenschutzgesetzes für den Fall zuständig sei, sagte der stellvertretende Hamburgische Datenschutzbeauftragte Hans-Joachim Menzel am Donnerstag. Sollte das Amt Verstöße gegen den Datenschutz feststellen, könnte Airbus eine Ordnungswidrigkeit begangen haben.

Nach Informationen der Zeitung soll es in einigen Fällen Verdachtsmomente gegeben haben, dass die Kontonummern von Beschäftigten und Zulieferern übereinstimmten. Nachdem die Überprüfungen aber keine konkreten Korruptionsfälle ergeben hätten, seien sie 2007 wieder eingestellt worden, hieß es.

Die Deutsche Bahn hatte mehrmals die Daten eines Großteils ihrer Mitarbeiter abgleichen lassen, um mögliche Korruptionsfälle im Unternehmen aufzudecken. Die Telekom ließ mehrere Führungskräfte überprüfen, um aufzudecken, ob diese Informationen an die Presse geben.

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