Abgeordneter beantragt Untersuchungsausschuss
Alstom gerät erneut in die Kritik

Der angeschlagene französische Industriekonzern kommt nicht zur Ruhe. Am Freitag kündigte der Abgeordnete der regierenden UMP-Fraktion, Damien Meslot, an, zum Fall Alstom eine parlamentarische Untersuchungs-Kommission zu beantragen.

HB PARIS. „Es geht darum aufzuklären, wie und unter welchen Bedingungen Alstom die Turbinen-Technik von ABB erworben hatte, die beinahe zum Zusammenbruch von Alstom geführt hätten“, sagte Meslot. Alstom hatte 1999 von der ins Schlingern geratene Gruppe ABB die Sparte ABB Power übernommen. Damit erbte Alstom das Geschäft mit den großen Gasturbinen GT26 und GT24. Diese Turbinen stellten sich anschließend als Fehlkonstruktion heraus. Alstom musste die Turbinen nachbessern und den Kunden Entschädigungen zahlen. Die Schwierigkeiten mit den von ABB erworbenen Gasturbinen hat Alstom insgesamt rund vier Mrd. Euro gekostet. Die Operation gilt als die Hauptursache dafür, dass der französische Industriekonzern in eine Schieflage geraten ist.

Meslot betonte, das aktuelle Alstom Management nicht in seinen Bemühungen stören zu wollen, den Konzern zu sanieren. „Wir schulden den Steuerzahlern aber die Wahrheit, denn der Staat ist heute mit 21 Prozent Aktionär bei Alstom.“ Ebenso hätten die Beschäftigten, die durch die Krise ihren Job bei Alstom verloren haben, das Recht zu erfahren, wie es soweit kommen konnte.

Alstom hat jüngst sein Kapital um 1,75 Mrd. Euro verstärkt. Dabei hat der Staat einen Teil seiner Kredite in Aktien umgetauscht und auch frische Gelder nachgeschossen. Als Bedingung für diese Beihilfe hatte die EU-Kommission verlangt, dass Alstom sich von Teilen seines Geschäfts trennt. Ferner muss der Konzern für seine Kernbereiche Turbinen und Transport (Schnellzug TGV) binnen vier Jahre industrielle Partnerschaften abschließen. Alstom kündigte ferner an, ein Werk seiner Sparte Transport im spanischen Valencia an die deutsche Vossloh AG zu verkaufen.

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