Ablauf des Übernahmeangebots
Sanofi sichert fast alle Aventis-Aktien

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthelabo hält nach Ablauf seines Übernahmeangebots mehr als 95 Prozent des Kapitals des größeren deutsch-französischen Konkurrenten Aventis.

HB PARIS. Der milliardenschwere Zusammenschluss zur weltweiten Nummer Drei der Branche ist damit aller Wahrscheinlichkeit nach geglückt. Nach vorläufigen Zahlen der französischen Finanzmarktaufsicht AMF vom Montag hat sich Sanofi mit seiner Übernahmeofferte an die Aventis-Aktionäre inzwischen fast alle Aventis-Aktien gesichert.

Nach vorläufigen Zahlen halte Sanofi mittlerweile 95,47 % des Aventis-Kapitals und 95,52 % der Stimmrechte an dem Konkurrenten, teilte die AMF mit. Damit seien voraussichtlich 769,9 Mill. Aventis-Aktien angedient worden. Bis spätestens zum 12. August wolle die AMF die endgültigen Daten veröffentlichen. Die Frist für die Annahme des Aktien- und Barangebots im Volumen von fast 53 Mrd. € an die Aventis-Aktionäre war Ende Juli abgelaufen. Sollten die vorläufigen AMF-Daten bestätigt werden, „wird die Mindestannahmequote erfüllt und das Angebot von Sanofi-Sythelabo erfolgreich gewesen sein“, kommentierte Sanofi die Daten.

„Das sind gute Nachrichten für Sanofi“, lautete der Analystenkommentar einer Bank in Paris. „Wir hatten erwartet, dass sie leicht 66 % erreichen, die Hürde, um eine mögliche Fusion auf den Weg zu bringen, aber nicht so viel wie dies.“ Sanofi-Aktien lagen an der Pariser Börse kaum verändert bei 55,20 €, während Aventis-Aktien fast 0,7 % im Plus bei 65,50 € notierten.

Mit der Übernahme kämen Blockbuster-Medikamente von Aventis wie Allegra gegen Allergien und Taxotere gegen Krebs und verkaufsstarke Sanofi-Präparate Plavix gegen Schlaganfälle und das Schlafmittel Ambien unter ein gemeinsames Dach. Unter Blockbustern werden in der Branche Medikamente mit Milliardenumsätzen im Jahr verstanden. Sanofi verspricht sich von der Übernahme des Straßburger Konzerns nach früheren Annahmen Synergieeffekte in Höhe von rund 1,6 Mrd. € bis 2006. Falls die Zahlen bestätigt würden, könnte Sanofi auch den Aufkauf bislang nicht eingereichter Aktien erzwingen. Dies müsse aber in bar geschehen, teilte die AMF mit.

Aventis hatte nach monatelangem Abwehrkampf im April eine verbesserte Übernahmeofferte von Sanofi akzeptiert. Auf vollständig verwässerter Basis halte Sanofi mittlerweile 89,84 % des Aventis-Grundkapitals und 89,88 % der Stimmrechte, erklärte die AMF. Sanofi benötigt für den Erfolg seiner Übernahmeofferte mindestens 50 % plus eine Aktie auf vollständig verwässerter Basis.

Sanofi teilte außerdem mit, es werde eine weitere Annahmefrist von mindestens zehn Börsenhandelstagen in Frankreich gewähren, sollten die vorläufigen Zahlen der AMF bestätigt werden. Den Zeitplan für die weitere Annahmefrist wolle Sanofi voraussichtlich am 12. August bekannt geben, nachdem diese von der AMF festgesetzt worden sei. Hat Sanofi die Schwelle von zwei Dritteln des Aventis-Kapitals erreicht, kann das Unternehmen das selbe Angebot noch einmal unterbreiten, um seine Beteiligung zu erhöhen.

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