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Abmahnungen: Jack Wolfskin zeigt Hobbybastlern die Krallen

Mit etlichen Abmahnungen geht der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin derzeit massiv gegen Privatanbieter im Internet vor. Zahlen soll, wer täuschend nach Markenartikel aussehende Tierpfoten auf Kleidungsstücke näht. Das unsensible Vorgehen der Markenschützer sorgt für eine Lawine der Entrüstung.

Wer die Tatze benutzt, bekommt Krallen zu spüren: Jack Wolfskin mahnt Privatanbieter im Internet ab. Quelle: Pressebild
Wer die Tatze benutzt, bekommt Krallen zu spüren: Jack Wolfskin mahnt Privatanbieter im Internet ab. Quelle: Pressebild

KÖLN. Martina Hopf wollte sich eigentlich nur ihr Haushaltsgeld aufbessern – doch das kommt sie jetzt teuer zu stehen. Hopf ist Hausfrau, Mutter von drei Kindern und begeisterte Hobby-Designerin. Vor vier Jahren nähte sie die ersten Kleidungsstücke für ihre Familie, im November vergangenen Jahres begann sie damit, ihre Kreationen im Internet zu verkaufen. Ihre selbst genähten Hosen und Röcke verziert sie fast immer mit liebevollen Symbolen – etwa einem Vogel, einer Prinzessin oder einer Tierpfote.

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Diese Tierpfote war es, die Martina Hopf von einer Hobbynäherin zur Markenpiratin machte – zumindest sieht es so das Sportbekleidungsunternehmen Jack Wolfskin. Denn der Hersteller von Outdoorartikeln führt in seinem Logo ebenfalls eine Tierpfote – die Tatze eines Wolfs. Nach Ansicht des Unternehmens verletzen die Handarbeiten von Martina Hopf die Markenrechte von Jack Wolfskin. Anwälte der Firma gehen deshalb gegen mehrere Internet-Shops wie den von Martina Hopf vor. Doch die Aktion, mit der der Outdoor-Ausrüster seine Marke schützen wollte, droht ihm nun einen nachhaltigen Imageschaden zu bescheren.

Die Geschichte begann am Dienstag vergangener Woche als Martina Hopf ein Schreiben der Anwaltskanzlei Harmsen Utescher in ihrem Briefkasten fand. Darin wurde sie nicht nur aufgefordert, künftig auf die Pfotenmotive zu verzichten. Sie soll auch die Anwaltskosten von 859 Euro und 80 Cent übernehmen. „Das wird sicher nicht meine Existenz gefährden“, sagt Hopf. „Aber für eine fünfköpfige Familie ist das viel Geld.“

Mehrere Bastler und Näher, die so wie Hopf selbst gemachte Produkte mit Pfötchensymbolen auf der Internetplattform Dawanda angeboten hatten, erhielten dieses Schreiben der Anwälte. „Rechtlich ist das Vorgehen von Jack Wolfskin kaum zu beanstanden“, sagt Michael Terhaag, Anwalt für Markenrecht. „Dennoch ist die Empörung verständlich: Dem Unternehmen fehlte bei der Aktion gegen Kleinstanbieter jegliches Fingerspitzengefühl.“

Kommunikationsberater Ralf Schwarz trat die Lawine der Entrüstung los, als er am vergangenen Wochenende auf der Internetseite Werbeblogger.de über die Abmahnungen berichtete. „Das Unternehmen riskiert mit seinen fragwürdigen Markenschutzbemühungen einen PR-Gau und das Image einer wertvollen Marke“, schrieb er in seinem Beitrag, den mehr als 300 Leser größtenteils mit Zustimmung kommentierten. Auch in den Foren der Verkaufsplattform Dawanda hat Jack Wolfskin keinen guten Stand mehr: „Ich bin entsetzt über die Machenschaften des Unternehmens“, schreibt die Kundin einer Betroffenen.

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