
Herr Krogner, Sie haben Esprit zum Vorzeigekonzern gemacht. Was läuft heute falsch?
Esprit hat den schlimmsten Fehler begangen, den es gibt: Die Firma hat den Kunden vernachlässigt.
Wie meinen Sie das?
Esprit stand für ein Qualitätsversprechen. Esprit hatte eine Handschrift. Beides wurde aufgegeben. Esprit hat die alten Kunden vergrault und neue nicht schnell genug gewonnen.
Woran lag das?
Esprit stand für moderne Klassik, für hohe Qualität. Jetzt sehe ich: Modisches Zeug, das kommt und geht. Da weiß keiner, dass es von Esprit kommt oder wofür Esprit steht.
Warum haben Sie da als Aufsichtsrat nicht eingegriffen?
Ich habe versucht, was ich konnte. Aber man hat nicht mehr auf mich gehört. Ronald van der Vis kam als neuer Chef und wollte alles anders machen. Man hat ihn gelassen.

Tom Tailor ist seit dem Börsengang im Frühjahr 2010 in der Offensive. Das im SDax gelistete Unternehmen hat die Zahl der eigenen Geschäfte deutlich erhöht. Fotos: ap, dpa, pr, Reuters

Das Bekleidungsunternehmen Trigema aus dem schwäbischen Burladingen unterhält 46 sogenannte Testgeschäfte. Mit dem Eigenvertrieb hat Unternehmenschef Wolfgang Grupp (im Bild) 1987 begonnen, weil ihm die Großkunden wegbrachen. Heute macht Trigema die Hälfte seines Umsatzes in den eigenen Läden.

Europas größter Hemdenanbieter, Seidensticker aus Bielefeld, fährt neuerdings vertikal - auch als Reaktion auf den bröckelnden Facheinzelhandel. Im "Home of Shirts" in Trier sind alle vom Unternehmen produzierten Marken vertreten, also auch die Lizenzmarken wie Bugatti, Bogner, Joop oder Strellson.

Mexx, eine Tochter des US-Bekleidungskonzerns Liz Claiborne, setzt schon seit einiger Zeit auf eigene Geschäfte.

Marc O'Polo hat den ersten Laden in Eigenregie bereits 1979 eröffnet. In den letzten Jahren hat die Kette die Zahl der selbst betriebenen Läden vervielfacht.

Auch Hugo Boss hat sich den Ausbau des eigenen Filialnetzes auf die Fahnen geschrieben. Die vom Finanzinvestor Permira kontrollierte Edelmarke scheut dabei vor aggressiven Rabatten nicht zurück.

Der wohl exklusivste Standort des Modelabels Gerry Weber ist im Neuen Kranzler-Eck am Kurfürstendamm. Das von Gehard Weber gegründete und geführte Unternehmen betreibt übrigens auch das umgebaute Café Kranzler und gilt als deutscher Shootingstar der Vertikalisierungsbewegung. Es macht die Hälfte seines Umsatzes in eigenen Läden. In zehn Jahren will der Modehersteller sein Geschäft komplett allein betreiben.

Als Erfolgsbeispiele gelten zudem New Yorker (im Bild) oder Tally Weijl.

S.Oliver aus Rottendorf in der Nähe von Würzburg vertreibt in seinen rund 600 Läden unter eigenem Label bodenständige Mode im mittleren Preissegment.

Die börsennotierte Modekette Esprit aus dem nordrhein-westfälischen Ratingen ist stramm auf Expansionskurs. Professor Peter Bug von der Fakultät Textil & Design an der Hochschule Reutlingen traut dem Label, das in Deutschland extrem stark und derzeit in China auf dem Vormarsch ist, viel zu: "Esprit hat das Potenzial zur Weltmarke."
Tom Tailor ist seit dem Börsengang im Frühjahr 2010 in der Offensive. Das im SDax gelistete Unternehmen hat die Zahl der eigenen Geschäfte deutlich erhöht. Fotos: ap, dpa, pr, Reuters
Was passierte dann?
Van der Vis hat lauter neue Leute reingeholt. Die alten, diejenigen, die die Marke aufgebaut haben, waren von dem neuen Kurs enttäuscht und sind gegangen. Was war ein großes Übel. So ein radikaler Wechsel ist sehr gefährlich.
Warum?
Eine Marke muss aufpassen, nicht in die Beliebigkeit zu rutschen. Wer gewinnt denn am Markt? Die Qualitätsunternehmen. Der Kunde fordert von Esprit Qualität. Sonst kann er ja gleich zu Kik gehen. Die Erfolgsformel ist, den Verbraucher zu verstehen, ihn zu beobachten, auf ihn zu hören.
Und das wollten Sie Ihrem Nachfolger vermitteln?
Van der Vis hatte keine Erfahrung in der Branche. Aber er ist kein dummer Mensch. Ich wollte einen weichen Übergang, ihn in den Job einführen. Aber er hörte nicht zu und hatte einen extremen Machtanspruch. Und der Aufsichtsrat hat ihn machen lassen. Man hat hier praktisch einem Piloten das Flugzeug übergeben, bevor er fliegen konnte.
Aber Sie waren doch auch im Aufsichtsrat.
Aber ich war dort allein. Mir wurde gesagt: Was Du sagt, ist ja alles schön und gut. Aber Du bist ja nicht mehr lang da. Wir müssen auf den Neuen setzen. Dann habe ich mich aus dem Gremium zurückgezogen. Ich spiele doch nicht den einsamen Mahner und kämpfe im Aufsichtsrat gegen meine Kollegen. Was soll das?

Ich bin seit 2001 Kunfin bei Esprit und hab im Jahr recht stark eingekauft weil mir die wirklich gefällt ABER ich bin mega geschockt von dem Kundenservice. Einige Beispiele: es gibt zwei Hotlines. Eine ist für den Online-Store die andere ist glaub ich für silberne membercards. Ich habe Probleme mit einer Lieferbestellung gehabt und habe bei der Hotline angerufen. Da bin ich dann aus der üblichen Warteschleife geflogen. Das hab ich dann noch zwei-, dreimal probiert und mich fûr die hotline nr 2 entschieden. Da nahm auch jemand ab konnte mir mein problem aber nich lösen als ich nachfragte was denn mit der ersten leitung sei, sagte sie mir das dort heute keiner da ist!!!!! Da war ich baff, eine Hotline ist tagsüber einfach nicht besetzt....!!! Sie gab mir noch den Tip ich soll eine Email schreiben. Bei Esprit bekommt man aber erst nach 48h, NEU nach 72 h eine Antwort, also so words im automatischen Email angesagt. Ist aber leider NICHT so. Und für jedes email was man schreibt, auch weiteres gibts eine neue Ticketnummer. Jetzt hab ich vor zwei Wochen eine Bestellung wieder getan. Ich hab bis heut keine Ylieferung, kriner kann mir sagen wann geliefert wird.....nach etlichen Anrufen meinerseits und mit wirklich unfreundlichen weiblicgen Angestellten und emails die ich geschickt habe, bekomm icb keine Antwort sondern werd nur wieder und wieder vertröstet oder mir wird patzig entgegen getreten.....das wars dann jetzt für mich auch. Nach über elf Jahren war ich mal ein treuer Espritkunde!!!!!!!

Ich kann nur dazu sagen der Fisch beginnt am Kopf zu stinken. Unglaublich wie man so ein hervorragendes Textilunternehmen so in den Dreck fahren kann, jüngste Werbung ESPRIT bei TOOM!!!! Erst Penny,KIK und nun auch noch TOOM sorry Leute dat geht ja mal gar nicht. Qualität gibt es bei ESPRIT schon lange nicht mehr abgesehen vom Kundenservice, der sich auch so drastisch verschlechtert hat keine Kompetenz in den Läden meine Herren ich sag da mal nur "Schlecker....Die Arroganz wird dem Konzern noch vergehen da bin ich mir sicher.

Wie wahr das doch alles ist. ESPRIT als Marke hat den Kunden vergessen, aber das ist leider bei vielen anderen auch der Fall. Diletantismus auf hohem Niveau. Ein Beispiel: Während wir als Agentur den Kunden darauf ansprechen, dass der Sales-Prozess auf der Website nicht funktioniert, faselt der verantwortliche Geschäftsführer davon, der Relaunch des Logos hätte höchste Priorität. natürlich, seine Frau Gemahlin hat das ja auch mit angepinselt.... mehr Fachverstand, Kundennähe und Sinn für die Realität. täte ja nicht nur ESPRIT gut.
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