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BASF senkt nach Zahlen Gewinnprognose - Verordnet neues Sparprogramm

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal den Konjunkturabschwung deutlich zu spüren bekommen. Zudem belasteten Anlagenabstellungen wegen der Wirbelstürme in der US-Golfregion das Ergebnis.

dpa-afx LUDWIGSHAFEN. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat im dritten Quartal den Konjunkturabschwung deutlich zu spüren bekommen. Zudem belasteten Anlagenabstellungen wegen der Wirbelstürme in der US-Golfregion das Ergebnis. Nach dem Ergebnisrückgang im dritten Quartal senkte BASF das Gewinnziel für das Gesamtjahr. Zudem startete der Chemieriese ein zusätzliches Sparprogramm. Unterdessen erreichten die Ludwigshafener bei der milliardenschweren Übernahme des Schweizer Spezialchemieunternehmens Ciba nun doch noch ihr Ziel.

"Die rückläufige Nachfrage in wichtigen Märkten, der Abbau von Vorräten bei unseren Kunden und der Absturz des Ölpreises sind Anzeichen einer rezessiven Entwicklung, die sich voraussichtlich im Jahr 2009 noch verschärfen kann", sagte Unternehmenschef Jürgen Hambrecht am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz in Ludwigshafen. Börsianer zeigten sich über die Quartalszahlen und den gesenkten Ausblick enttäuscht. Positiv auf den Aktienkurs wirkte sich hingegen das angekündigte Sparprogramm aus. Die BASF-Aktie legte in einem festen Marktumfeld bis zum Nachmittag um 4,27 Prozent auf 25,66 Euro zu.

BASF wolle nun "alles daran setzen", im Gesamtjahr ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sonderposten auf dem Niveau des Vorjahres (2007: 7,61 Mrd. Euro) zu erreichen, teilte die im Dax notierte Gesellschaft mit. Zuvor hatte BASF ein Ebit vor Sonderposten leicht über dem Vorjahr angepeilt. Der Umsatz soll im Vergleich zum Vorjahr (2007: 57,951 Mrd Euro) weiterhin wachsen.

Neues Sparprogramm

Im Rahmen seines neu gestarteten Sparprogramms Next will BASF bis 2012 weltweit mehr als 1 000 Arbeitsplätze abbauen. Das Ziel könne voraussichtlich über die Fluktuation von Mitarbeitern erreicht werden, sagte Hambrecht. Next sei nicht wegen der Finanzkrise aufgelegt worden. BASF hat im Oktober mit dem zusätzlichen Sparprogramm begonnen. Zusammen mit den bereits laufenden Maßnahmen soll das Programm ab 2012 einen Ergebnisbeitrag von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr bringen. Der Großteil davon soll 2009 und 2010 erreicht werden.

Wegen der derzeitigen Krise an den Finanzmärkten setzt BASF den Rückkauf eigener Aktien aus. Am Ziel, bis Mitte 2010 für drei Mrd. Euro eigene Aktien zurückzukaufen, halte BASF aber fest, sagte Finanzvorstand Kurt Bock. Im dritten Quartal kauften die Ludwigshafener eigene Aktien im Wert von rund einer halben Milliarde Euro zurück. Die Anteilscheine würden eingezogen und das Grundkapital der BASF SE entsprechend gesenkt, hieß es.

Ciba-ÜBernahme

Der Chemiekonzern war bei der milliardenschweren Ciba-Übernahme BASF erfolgreich. Am Mittwoch habe sich im Laufe des Tages gezeigt, dass sich die Annahmequote des Übernahmeangebotes an die Ciba-Aktionäre bei mehr als 67 Prozent bewege, sagte Hambrecht. Die Ciba-Übernahme steht unter dem Vorbehalt, dass BASF mindestens 66,67 Prozent aller Ciba-Namensaktien angedient werden. BASF bietet den Ciba-Anteilseignern 50 Schweizer Franken pro Namensaktie, damit will sich BASF die Übernahme insgesamt rund 3,8 Mrd. Euro kosten lassen. BASF erwartet durch die Ciba-Übernahme Hambrecht zufolge Synergien von mindestens fünf Prozent am Umsatz des Schweizer Spezialchemiekonzerns. Das endgültige Zwischenergebnis soll am 3. November veröffentlicht werden.

Quartalsergebnisse Unter Prognosen

Das operative Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen ging im dritten Quartal um acht Prozent auf 1,568 Mrd. Euro zurück. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn um 37,5 Prozent auf 758 Mill. Euro. Analysten waren im Schnitt von besseren Zahlen ausgegangen. Der Umsatz sei hingegen von Juli bis September um 13 Prozent auf 15,772 (Vorjahr: 13,96) Mrd. Euro geklettert, teilte BASF mit. Ohne negative Währungseinflüsse habe der Zuwachs sogar bei 18 Prozent gelegen. Analysten hatten Erlöse im Schnitt von 15,178 Mrd. Euro erwartet. Zum Zuwachs beigetragen hätten vor allem höhere Verkaufspreise in allen Segmenten, hieß es.

Gemischtes Bild IN DEN Sparten

Wachsen konnte BASF zwar in allen Geschäftsbereichen. Beim operativen Gewinn vor Sondereinflüssen ergab sich jedoch ein unterschiedliches Bild. Umsatz- und Ergebnistreiber war dank des hohen Ölpreises erneut die Öl- und Gassparte. Die Erlöse kletterten um 46 Prozent, das bereinigte Ebit stieg um 31 Prozent. Während bei den Chemikalien der Umsatz um knapp ein Fünftel zulegte, ging der operative Gewinn aufgrund schwächerer Margen bei den Crackerprodukten und rückläufiger Nachfrage um elf Prozent zurück. Bei den Kunststoffen brach bei einem leichten Umsatzplus das operative Ergebnis wegen einer schwachen Automobil- und Bauindustrie um mehr als ein Drittel ein.

In dem Geschäftsbereich Functional Solutions - Katalysatoren, Bauchemie und Lacke - setzte BASF zwar etwas mehr um, aber auch hier ging das Ergebnis um fast ein Fünftel zurück. Der Ergebnisanstieg im Katalysatorengeschäft habe die schwache Nachfrage aus der Automobil- und Bauindustrie nicht kompensieren können, hieß es. Im Pflanzenschutzbereich konnte das Unternehmen den Umsatz deutlich steigern und ein positives Ergebnis ausweisen.

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