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Hintergrund: In der Solarbranche wächst der Konsolidierungsdruck

(Wiederholung vom Vorabend.)

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dpa-afx FRANKFURT. Nach dem rasanten Aufschwung der vergangenene Jahr steht die Solarbranche vor einer Konsolidierungswelle. Grund ist die Verknappung des wichtigen Rohstoffes Silizium und die Internationalisierung des jungen Industriezweiges. "Wir haben einen klaren Trend zur Konsolidierung in der Branche", sagt der Vorstandschef von Solarworld , Frank Asbeck, am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Mit ersten Zusammenschlüssen rechnet der Gründer des größten deutschen Solarkonzerns im kommenden Jahr.

Der Mangel an Silizium drängt die Unternehmen zu Fusionen und Übernahmen, meint Asbeck. Gesellschaften ohne genügend Silizium-Reserven würden von Konkurrenten mit höheren Beständen geschluckt. "Ich glaube, dass nur die größten zehn der Solarbranche eine Chance haben, alleine zu bestehen. Das ist in jeder Industrie so." Kleinere Unternehmen könnten sich allenfalls als Nischenanbieter positionieren. Hans-Martin Rüter, Vorstandschef von Conergy , rechnet hingegen erst aber dem Jahr 2007 mit einer Konsolidierung der Branche. "Die Preise für Unternehmenskäufe sind zu hoch." Die vier im TecDax notierten Solargesellschaften kommen zusammen auf eine Marktkapitalisierung von 4,6 Mrd. Euro.

Deutschland Weltspitze

Deutschland kommt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der weltweiten Solarwirtschaft zu. Im vergangenen Jahr schoben sich die deutschen Produzenten an den Konzernen aus Japan vorbei auf den ersten Platz der weltweiten Sonnenliga. Möglich wurde der Aufschwung mit der Förderung durch das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), das mittlerweile von vielen Ländern kooperiert wurde. Anders als in Japan ist die deutsche Solarbranche in viele kleine und mittlere Unternehmen zersplittert, die von den Schwergewichten Solarworld und Conergy dominiert wird. Mit Sharp und Kyocera kommen die Weltmarktführer aus Japan; in Europas ist der Ölkonzern BP führend. Der Schwerpunkt der deutschen Produktion liegt dank üppiger staatlicher Förderung in den Neuen Bundesländern.

Der Boom in Ostdeutschland trug auch an der Börse Früchte: Die erst vor wenigen Monaten an die Börse gegangenen Solarzellen-Hersteller Ersol (Thüringen) und Q-Cells (Sachsen-Anhalt) schafften bereits den Sprung in den Auswahlindex TecDax , wo bereits Conergy und Solarworld gelistet sind. Überzeugen konnten die Unternehmen ihre Investoren mit nachhaltigen Gewinnen und zweistelligen Wachstumsraten. Angelockt von dem Erfolge streben nun weitere Solarfirmen auf das Börsenparkett.

Boom HÄLT AN

Der Solarboom soll in den kommenden Jahren anhalten. "Wir erwarten für die Branche ein Wachstum von 25 Prozent im kommenden Jahr", sagt Rüter, der auch Präsident der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft (UVS) ist. Gebremst wird das Wachstum von der Silizium-Knappheit, der seit Jahresanfang zu einer Verdoppelung des Preises für den wichtigen Ausgangsstoffes führte. Erst ab dem Jahr 2007 sei mit einer Verbesserung der Versorgungslage zu rechnen, meint Commerzbank-Analyst Erkan Aycicek.

Die Vorstände von Conergy und Solarworld wollen im kommenden Jahr schneller als die Konkurrenz zulegen. "Was wir jetzt schon absehen können ist, dass wir ein Wachstum von sehr deutlich über 25 Prozent erreichen werden", sagt Rüter. Das dafür nötige Silizium habe sich Conergy gesichert. Auch Solarworld-Chef Asbeck will mit seinem Unternehmen die Konkurrenz hinter sich lassen. Dabei helfen soll ein Ausbau des Auslandsgeschäfts. "Der Exportanteil soll bis 2007 von 40 auf 60 Prozent steigen", sagt Asbeck. Wie sein Vorstandskollege Rüter sieht der Manager dabei vor allem in Südeuropa, Asien und Nordamerika Expansionschancen. Mit dem Trend ins Auslands werde sich auch der Druck für Übernahmen und Zukäufen verstärken.

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