Absatz in Europa Autoindustrie vor schlechtestem Jahr seit Jahrzehnten

Den Kauf eines Autos wollen und können sich immer weniger Europäer leisten. Der Absatz purzelt auch in diesem Jahr und die Branche leidet wie zuletzt in der Ölkrise der 1970er-Jahre. Warum keine Erholung in Sicht ist.
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Droht das schlechteste Autojahr seit der Ölkrise?

DuisburgDas laufende Jahr könnte für Europas Autoindustrie vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise und anhaltend hoher Arbeitslosigkeit einer Studie zufolge das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten werden. Die Autoverkäufe in Westeuropa würden in diesem Jahr voraussichtlich fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Knapp 11,9 Millionen Fahrzeuge könnten in den 27 EU-Staaten und den Staaten der Europäischen Freihandelszone verkauft werden. Damit wäre 2013 „das schlechteste Autojahr der letzten dreißig Jahre“.

„Arbeitslose sind keine guten Autokäufer und deshalb geht die europäische Autoindustrie durch ihr schwerstes Jahr seit der ersten Ölkrise“ Anfang der 70er Jahre, heißt es in der Studie. Die Jugendarbeitslosigkeit sei auf einem Rekordhoch, und die Wettbewerbsfähigkeit von Ländern wie Frankreich und Italien bleibe „weiter schlecht“. Für die kommenden beiden Jahre müsse deshalb weiter mit einem schwachen Wirtschaftswachstum gerechnet werden. Die Chancen für eine schnelle Erholung des Automobilmarktes seien damit „null“.

Wegen der schwachen Nachfrage durch die Autokäufer werde die Auslastung der Autofabriken in Europa sogar so schlecht ausfallen, wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht, hieß es in der Studie. In den Fabriken in Südländern wie Frankreich, Italien, Portugal oder Spanien werde die Auslastung der Standorte voraussichtlich von über 62 Prozent auf rund 58 Prozent sinken. Am schlechtesten werde das Jahr voraussichtlich für die italienischen Standorte ausfallen, mit einer Auslastung von 49 Prozent. In Frankreich seien die Fabriken schätzungsweise zu 51 Prozent ausgelastet.

Die Staatsschuldenkrise trifft in Europa vor allem Autohersteller, die ihre Fahrzeugen zu einem erheblichen Teil in südlichen Ländern verkaufen. Dies sind vor allem französische Hersteller oder italienische Automarken. In Deutschland ist insbesondere Opel stark von der Krise betroffen.

  • afp
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19 Kommentare zu "Absatz in Europa: Autoindustrie vor schlechtestem Jahr seit Jahrzehnten"

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  • Tut mir leid, aber nichts anderes war zu erwarten und ist es ist auch gut so, wie es ist!
    Ohne einen solchen Einbruch, der noch weitreichende Folgen haben wird, wuerde der deutsche Dickwanst niemals aus seinem Selle kriechen und sich wehren gegen seine Peiniger, die sich Politiker schimpfen!

  • Lohnnettokürzungen, massive Rentenkürzungen, Niedriglöhne, Leih- und Zeitarbeit, Aufstocklöhne, massiv steigende kommunale Abgaben, hohnsprechende Strompreise, abzockende Steuerprogression, etc. Wer soll denn da noch ein Auto kaufen??? Man wäre ja irre, unter diesen Umständen ein Kreditauto zu kaufen. Autos kaufen nun mal keine Autos. Das sollten doch gerade die Politiker und Hersteller gelernt haben. Mein Nachbar ist Autohändler: 2005 verkaufte er noch über 50 Neuwagen an Rentner. Im Jahr 2012 keins mehr. Liegt es nun an den Kunden oder doch vielleicht an der irrsinnigen, unsozialen Politik oder an den Herstellerpreisen?

  • Sehr gut, so mache ich es auch seit Jahren, nur kaufe ich mir immer VW-Auslaufmodelle ( die sind technisch ausgereift ), in der Regel auch für unter 35% Listenpreis mit allen Extras, jetzt abzüglich Neuwagenrabatt bei der Versicherung, Garantie!, kein gefeilsche mit dem Verkäufer und ein neues!!! Auto--

  • Die Autoindustrie täte gut daran, vernünftige Fahrzeuge zu bauen. Unter "vernünftig" verstehe ich vor allem kostengünstige, reparaturfreundliche und langlebige Fahrzeuge, ohne sinnloses Zubehör. Ich fahre seit über 40 Jahren Auto, ich kann mich an keine Situation erinnern, in der mir ABS (Antiblockierschutz) oder ESB irgend was gebracht hätte.

  • @Kunde
    Sehe ich genauso.
    Schneller sein Geld zu vernichten, als bei einem Neuwagenkauf ist, außer an der Börse, kaum möglich.:-)
    Wobei man an der Börse ja auch gewinnen kann.
    80 kEuro für einen neuen Oberklassenwagen muss man mindestens hinlegen.
    Wenn man bedenkt, dass man nach einem Jahr beim Verkauf mindestens 30% weniger bekommt, wäre man schön blöd, wenn man sich so ein Teil neu holt!
    Abgesehen davon, merken die Leute langsam, dass ein Neuwagenkauf auf Pump sehr schnell in die Schuldenfalle führen kann. Zu den Raten kommen noch sämtliche Unterhaltskosten dazu. Die meist viel zu gering angesetzt werden.
    Kommt es dann zum "Notverkauf" bleiben meist Schulden übrig.
    Autofahren ist sehr teuer geworden. Otto Normalverdiener kann es sich eigentlich gar nicht mehr leisten. Die Miete + Nebenkosten müssen ja auch noch bezahlt werden. Und leben will man auch noch!

  • Keine Ahnung wie ihr alle rechnet....echt...

    Ich habe mir vor 2 Jahren einen neuen Ford Gekauft !(Mondeo Limousine...die wollte keine Sau) Mit 40 % Preisnachlass...Ich hab das Wägelchen jetzt 2 Jahre gefahren...und es jetzt eingetauscht gegen einen neuen Kuga...und das Schöne ist...in absolute Zahlen gerechnet beträgt der Werteverlust (ausgehend vom bezahlten Preis, nicht vom Listenpreis) in den zwei Jahren nur etwas mehr als 3000 Euro !!!!! Ich bin 2 Jahre Auto gefahren...ohne Reparaturstress...oder sonstiges für schlappe 1500 Euro im Jahr...das sind 125 Euro im Monat...und das auch noch ein tolles Auto mit allen Extras...
    Jetzt wieder das gleiche Spiel...der "Neue" liegt weit unter dem Listenpreis...und in 2 Jahren...freue ich mich wieder über den Schwacke-Wert....und auf ein neues Auto...

    wer sich da noch ne olle Karre kauft...und auf Werkstattbesuche steht...ist selber Schuld...

  • Nachdem Louis R. Hughes bei Opel gewütet hatte und einen adäquaten Nachfolger bekam, fingen bei dem Unternehmen nur noch die nicht ganz so Hellen an. Und die Depperten blieben.

    Wer dort heute noch einsteigt, dem ist wegen Schlichtheit des Gemütes einfach nicht mehr zu helfen.

    Bei BMW und VW beispielsweise kann das aber noch für mindestens ein Jahrzehnt interessant sein.

  • Und wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt das Hochwasser daher.....was glauen Sie, wieviele Autos drch die Flut jetzt abgesoffen und kurzfristig ersetzt werden müssen? Ich denke das könnte zumindest kurzfristig für einen Auftrieb bei den Absatzzahlen sorgen. Besser hätte es fü die Hersteller kaum laufen können....

  • Wir waren in drei deutschen Autohäusern, um ein neues Auto zu erwerben. Keines hat sich nur in Ansätzen so um uns bemüht, dass wir dort ein Auto kaufen werden. Und wir erwarten keinen roten Teppich, sondern nur einen höflichen Umgang und ernsthafte Antworten auf unsere Fragen. Unser Fehler war wohl, dass wir nicht in Anzug und Krawatte, sondern in Jeans und Poloshirt mit einem Kinderwagen aufgeschlagen sind.

    Wenn ich dann noch daran denke, wie wir von unserem deutschen Hersteller alleine gelassen werden, wenn etwas kaputt geht, dann endet unsere Motivation vollends: Beispiel: Turboladerschaden nach 3,5 Jahren und 65.000 km - Kulanz wäre nicht zu erwarten, dass ist halt normal, dass mal was kauptt geht.

    Wir haben den Eindruck, die Deutschen Hersteller haben es noch nicht nötig und es geht ihnen exzellent....

  • Richtig, ich fahre auch meine Autos kaputt, 300.000 km sind keine Seltenheit, selbst ohne Pflege.
    Neuwagen sind mir einfach viel zu teuer und entsprechen in Vielem nicht meinen Vorstellungen. da wird viel zu viel wert aufs Image gelegt.
    Noch bestimmt das weitgehend die Nachfrage der Massen, es ist aber absehbar, dass das schon allein aus finanziellen Gründen bröckelt.

    H.

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