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Merck muss erneut auf Hoffnungsträger verzichten

dpa-afx DARMSTADT. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hat innerhalb weniger Tage einen zweiten Rückschlag bei der Entwicklung eines Hoffnungsträgers einstecken müssen. Nachdem das Krebsmittel Matuzumab in einer klinischen Phase II-Studie in Kombination mit Irinotecan zur Behandlung von Kolorektalkrebs nicht die erhoffte Wirkung gezeigt habe, werde die Weiterentwicklung überdacht, teilte die Biopharmasparte Merck Serono der im Dax notierten Merck am Mittwoch in Darmstadt mit.

Merck und der japanische Pharmakonzern Takeda arbeiten seit September 2005 beim Antikörper Matuzumab zusammen. In dieser Studie wurden Patienten mit metastasierendem Kolorektalkarzinom (mcrc) behandelt, die auf mehrere vorausgegangene Therapien einschließlich Irinotecan nicht mehr angesprochen hatten.

Beide Unternehmen teilten die Ansicht, dass die erzielten Studienergebnisse die Erwartungen nicht erfüllen. In Bezug auf andere Tumore wie etwa das kleinzellige Bronchialkarzinom (Nsclc) und für die Anwendung bei Magen-Darmkrebs setze Merck allerdings die klinische Prüfung mit dem Krebsmittel weiter fort. Erste klinische Phase II-Daten für die Anwendung bei Magen-Darm- und Lungenkrebs für Matuzumab würden in der ersten Jahreshälfte 2008 erwartet, sagte ein Merck-Sprecher auf Anfrage. Die endgültigen Studiendaten für Kolorektalkrebs werden ebenfalls 2008 erwartet.

Merck-Aktien verloren an der Börse 1,33 Prozent auf 90,26 Euro. "Das ist vor allem auf längere Sicht ein deutlicher Stimmungsdämpfer", kommentierte ein Händler. Matuzumab habe bislang als möglicher Nachfolger des wichtigen Umsatzträgers Erbitux gegolten. "Das Produkt war schon ein Hoffnungsträger für Merck", sagte Analyst Karl-Heinz Scheunemann vom Bankhaus Metzler, der bisher keine Umsatzschätzungen für Matuzumab in seinen Modellen hatte. Der Analyst bestätigte die Aktie mit "Kaufen".

Nach früheren Schätzungen hatten einige Analysten dem Mittel in allen Anwendungen einen jährlichen Spitzenumsatz von um die 500 Mill. Euro zugetraut. Die Marktzulassung haben die Branchenexperten frühestens 2009 erwarten. Matuzumab ist das zweite wichtige Krebsmittel aus der noch jungen Krebssparte von Merck. Die Darmstädter haben bereits mit Erbitux ein Krebsmedikament auf dem Markt, das inzwischen in vielen Ländern zugelassen ist. Matuzumab ist wie Erbitux ein so genannter monoklonaler Antikörper, der das unkontrollierte Wachstum von Tumorzellen hemmen soll. Im Jahr 2006 verbuchte Merck mit Erbitux ein Umsatzplus von 55 Prozent auf 337 Mill. Euro. Merck traut Erbitux nach früheren Aussagen einen jährlichen Spitzenumsatz von einer Milliarde Euro zu

Erst vor einer Woche hatte Merck bei der Entwicklung eines Parkinson-Mittels einen Rückschlag erlitten. In einer klinischen Studie der Phase III sei das Medikament Safinamid bei Parkinson-Patienten im Frühstadium nicht wirksam gewesen.

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