Absatz: Sanierung von Volkswagen dauert aus Sicht Bernhards noch lange

Absatz
Sanierung von Volkswagen dauert aus Sicht Bernhards noch lange

VW-Markenchef Wolfgang Bernhard sieht bei der Sanierung des ertragsschwachen Autobauers erst in fünf Jahren "Licht am Ende des Tunnels". Erst dann werde es ein zufriedenstellendes Ergebnis bei Volkswagen geben, sagte Bernhard in Los Angeles.

dpa-afx LOS ANGELES. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard sieht bei der Sanierung des ertragsschwachen Autobauers erst in fünf Jahren "Licht am Ende des Tunnels". Erst dann werde es ein zufriedenstellendes Ergebnis bei Volkswagen geben, sagte Bernhard in Los Angeles. Die Kernmarke Volkswagen ist derzeit das Hauptsorgenkind des VW-Konzerns, im Gegensatz etwa zu Audi. Bernhard sagte zudem, Volkswagen wolle künftig gezielter auf die Kundenbedürfnisse in den einzelnen Märkten eingehen.

Das Ergebnis der Marke Volkswagen sei 2005 trotz einer weltweiten Absatzsteigerung "vollkommen unbefriedigend" gewesen, sagte Bernhard. Die Marke VW hatte noch im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben. Zum Jahresende hin machte sie aber Boden gut und hat früheren Angaben von Konzernchef Bernd Pischetsrieder zufolge aufs Jahr gesehen keine Verluste verzeichnet.

Bernhard: IN Drei Jahren AUS DEM GRÖBsten Heraus

Bernhard sagte, in drei Jahren werde VW aus dem Gröbsten heraus sein. Das Ergebnis werde dann aber "noch nicht zufriedenstellend sein". Aufbauend auf Kostensenkungen und neuen Produkten könne VW in fünf Jahren "Licht am Ende des Tunnels" sehen.

Konzernweit will Volkswagen bis Ende 2008 das Vorsteuerergebnis um vier Mrd. Euro verbessern. Hauptertragssäulen sind aktuell Audi und die Finanzdienstleistungen.

Bernhard sagte, die Marke VW könne es langfristig nicht durchhalten, zwar ein "Riesenrad an Volumen" zu drehen, aber ein kaum merkliches Ergebnis zu erzielen.

Volkswagen machen vergleichsweise hohe Kosten und Überkapazitäten zu schaffen. Nach den Worten Bernhards will die Marke bis Ende 2008 die Kosten um vier Mrd. Euro senken. Zwei Mrd. Euro sollen zusätzlich im Vertrieb herausgeholt werden. Zudem will VW mehrere tausend Stellen streichen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, der Stellenabbau soll etwa über Altersteilzeit und Abfindungen bewerkstelligt werden.

Komponentenwerke

Bernhard sagte, VW untersuche derzeit "sehr konsequent und systematisch" seine Komponentenwerke auf Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Dabei deute sich an, dass viele Bereiche nicht wettbewerbsfähig seien. Welche dies sind, sagte Bernhard nicht.

VW werde in den nächsten Monaten Konsequenzen aus der Analyse der Komponentenaktivitäten ziehen. Dabei gebe es verschiedene Möglichkeiten - von der Sanierung, der Schließung, dem Zusammengehen mit externen Partnern bis hin zur Veräußerung von Bereichen. VW hat in Deutschland Komponentenwerke in Kassel, Braunschweig, Salzgitter und Hannover.

Im stark defizitären US-Geschäft müsse es 2006 eine "Trendwende" geben, sagte Bernhard. Nach zuletzt deutlichen Absatzrückgängen will VW in den USA in diesem Jahr seine Verkäufe um fünf bis zehn Prozent steigern. "Fakt bleibt aber, dass wir nach wie vor mit den Autos, die wir hier verkaufen, kein Geld verdienen", sagte Bernhard. Die Verluste in den USA sollten 2006 aber "substanziell reduziert werden". Im vergangenen Jahr dürfte VW in den USA früheren Angaben zufolge einen Verlust von annähernd einer Milliarde Euro gemacht haben.

Projekt Moonraker

Eine wichtige Rolle bei der Sanierung des US-Geschäfts spielt das vor einem Jahr gegründete Projekt "Moonraker". VW will künftig bei der Entwicklung neuer Modelle stärker auf die spezifischen Kundenbedürfnisse der Amerikaner eingehen. Ähnliche Projekte gibt es auch in Indien und China sowie demnächst in Russland.

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