Absatz sinkt
Europas Automarkt im Tal der Tränen

Es ist noch schlimmer als gedacht: Die Talfahrt auf dem EU-Automarkt geht angesichts der Schuldenkrise ungebremst weiter. Vor allem Opel leidet unter sinkendem Absatz. Jetzt soll die Politik helfen.
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BrüsselDer Druck auf Opel und Peugeot nimmt zu: Die beiden in einer Not-Allianz verbundenen Partner haben im Mai weiter an Boden verloren, da die Verbraucher inzwischen den achten Monat in Folge einen großen Bogen um die Autohäuser machten. Der Einbruch bei den Autoverkäufen trifft vor allem die Hersteller, die auf hohe Stückzahlen zu günstigen Preisen setzen - wegen der Schuldenkrise in Südeuropa bringen sie kaum noch Neuwagen an die Kunden.

Auch bei Renault und Fiat schlug die Kaufzurückhaltung massiv zu Buche. Inzwischen setzen aber auch die Premiumhersteller weniger ab - sie waren bisher von der Krise verschont. Zu den wenigen Gewinnern gehören die koreanischen Marken Hyundai und Kia, die ihre europäischen Rivalen im Massenmarkt oft noch beim Preis unterbieten.

Dabei nahm der Abwärtstrend bei den Neuzulassungen noch einmal Fahrt auf: In den 27 EU-Staaten und den drei Efta-Ländern Island, Norwegen und Schweiz ging der Autoabsatz im Vorjahresvergleich insgesamt um acht Prozent auf 1,15 Millionen Fahrzeuge zurück, wie der europäische Herstellerverband ACEA am Freitag mitteilte. Im April waren die Neuregistrierungen noch um 6,5 Prozent gesunken.

Den stärksten Verkaufsrückgang unter den großen Autobauern registrierte im Mai Peugeot: Der französische Hersteller verkaufte fast ein Fünftel weniger als vor Jahresfrist. Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall setzten fast 13 Prozent weniger ab als vor einem Jahr. Während Opel/Vauxhall beim Marktanteil 0,4 Prozentpunkte einbüßten, sank er bei Peugeot um 1,7 Prozentpunkte. Die ebenfalls zum US-Weltmarktführer General Motors gehörende Marke Chevrolet legte bei den Neuzulassungen um 17 Prozent zu.

Die Opel-Mutter hat sich mit PSA Peugeot Citroen verbündet, um ihr Europageschäft zu sanieren. Durch den Verkaufsrückgang nimmt bei beiden Unternehmen der Druck zu, die Kapazitäten zu verringern, da die Fabriken kaum noch ausgelastet sind. Opel will sein Werk in Bochum nach 2016 schließen. Darüber verhandelt der Rüsselsheimer Autobauer derzeit mit den Arbeitnehmern.

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Autolobby fleht um Hilfe

Kommentare zu " Absatz sinkt: Europas Automarkt im Tal der Tränen"

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  • Vermutlich wird Frau Merkel eine erneute "Abwrackprämie" ausloben - oder auf eine vorübergehende Verstaatlichung setzen. Eine massive Krise in der Automobilindustrie wäre eine Katastrophe für ganze Regionen.

    ABER: man kann doch nicht erwarten, dass sich die Leute alle ein, zwei Jahre ein neues Auto kaufen. Irgendwie läuft hier etwas komplett falsch - das sollte doch wohl selbst der Dümmste wissen.

  • Wunderschön !!!
    Unternehmensführer in der (schon lange nur noch partiell)
    freien Marktwirtschaft wünschen sich den Übergang zur Planwirtschft.
    Wie immer: Bei Gewinnen kommt man mit breiter Brust daher und führt die auf sein gutes Wirtschaften zurück. Bei Verlusten ertönt der Hilfeschrei nach Sozialisierung zu Lasten der Steuerzahler.

  • Geld = Schuld
    Quatsch!
    Erinnern wir uns an die Währungsreform nach dem 2. Weltkrieg. Der Staat schenkte seinen Bürgern 40 Mark, ohne das er diese wieder zurück haben wollte (nur die Steuern).
    Geld hat nämlich keinen Wert.
    Nur die produzierten Güter und Dienstleistungen haben einen Wert. Und eigentlich könnten die EURO-Staaten jetzt soviel Euros in Umlauf bringen, wie zum begleichen der Schulden nötig wäre. Jeder einzelne könnte dann allerdings weniger Waren gegen seine Euros eintauschen, weil die Menge der Güter und Dienstleistungen ja nicht im entsprechenden Maße wie die Geldmenge steigen würde.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sven O. Siemens

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