Absatz soll steigen: Chrysler sucht sein Heil im Ausland

Absatz soll steigen
Chrysler sucht sein Heil im Ausland

Die Autokäufer in den USA machen einen großen Bogen um Chrysler und seine beiden Schwestermarken, seitdem die Spritpreise gestiegen sind. Denn die Boliden amerikanischer Machart schlucken zuviel. Da der Autobauer aber nicht von jetzt auf gleich die Produktpalette erneuern kann, hat er einen anderen Plan ausgeheckt.

HB NEW YORK. Das aktuelle Ziel, den Auslandsabsatz von jährlich 200 000 Fahrzeugen im Jahr nur zu verdoppeln, sei „nicht akzeptabel“, sagte der Chrysler-Chef Tom LaSorda dem „Wall Street Journal“ (Freitagausgabe). Das Ziel müsse angehoben werden. Partnerschaften mit anderen Herstellern sollen dabei die Kosten der Expansion begrenzen. LaSorda wollte aber keine Angaben darüber machen, ob es konkrete Gespräche gebe. Bislang verkauft Chrysler 90 Prozent seiner Fahrzeuge in den USA und Kanada.

Chrysler hatte im vergangenen Jahr einen operativen Verlust von 1,5 Mrd. Dollar geschrieben, da die nordamerikanischen Kunden verstärkt die verbrauchsgünstigen Fahrzeuge der Wettbewerber kaufen. Speziell die japanischen Autobauer – allen voran Toyota – haben Marktanteile hinzugewonnen. Dagegen bleiben die Chrysler-Händler auf den großen Vans und Geländewagen sitzen. Aus diesem Grund will die Konzernleitung 13 000 Arbeitsplätze in Nordamerika abbauen und ein Werk schließen.

LaSorda erwartet auch keine Besserung. Der Ausblick für weiteres Wachstum in Nordamerika sei schwach, sagte er der Zeitung. Im Kontrast dazu gebe es Chancen in Lateinamerika, Osteuropa und Asien und hier vor allem in China. Dort habe Chrysler bislang nur eine geringe Präsenz. Denn der Export in diese Regionen aus Nordamerika sei zu teuer. Deshalb suche Chrysler nach Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit anderen Herstellern, die keine großen Investitionen erforderlich machten.

Bislang kommen die Autos großteils aus den US-Fabriken. So wird seit der vergangenen Woche der kompakte Chrysler PT Cruiser nach China eingeführt. Die Limousine Chrysler 300C fertigt das auf Konzernebene angesiedelte Gemeinschaftsunternehmen Beijing Benz-Daimler-Chrysler Automotive seit 2006 vor Ort. Neben der Hauptmarke Chrysler werden auch die Geländewagen der Tochter Jeep nach China verkauft. Noch in diesem Jahr soll die dritte Marke Dodge folgen. Der Daimler-Chrysler-Konzern teilte am Freitag mit, er arbeite derzeit am Aufbau eines Händlernetzes in der Volksrepublik.

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