Knackige Kälte, Olympische Winterspiele und im Sommer die Fußball-WM: Für die Sportbranche stehen hierzulande auch 2010 alle Zeichen auf Wachstum. Vor allem das Wetter ist treibender Faktor für die Umsätze. Für das Sorgenkind Skiabsatz sollen durch Innovationen wieder Kaufanreize gesetzt werden.
Absatz: Sportartikler spüren nichts von der Krise
MÜNCHEN. Gewöhnlichen Messebesuchern verderben vereiste Straßen, rutschige Gehwege und tief hängender Nebel am frühen Sonntagmorgen gehörig die Laune. Nicht so den Ausstellern und Händlern, die gestern zur Ispo in München gekommen sind, dem größten Branchentreff der Sportindustrie weltweit. Den Unternehmen beschert der kalte und lang anhaltende Winter glänzende Geschäfte.
„Das Jahr ist prima angelaufen“, sagt Jens Fischer, Geschäftsführer des Sporthändlerverbunds Sport 2000. Die gesamte Industrie befindet sich in Partystimmung, die Ispo auf dem Münchener Messegelände ist mit mehr als 2000 Ausstellern wie schon in den vorigen Jahren ausgebucht. Die Kassen klingeln: Die Umsätze der größten europäischen Händlerkette Intersport lagen im Januar um acht Prozent über dem Vorjahresniveau. Das ist in diesen konjunkturell trüben Zeiten an sich schon viel; beeindruckender ist die Zahl noch, weil die Messlatte sehr hoch lag. Im Januar 2009 konnten die Händler bereits ein Plus von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr verbuchen – und auch 2008 galt als hervorragendes Jahr.
Die Sportbranche hierzulande kommt bis jetzt fast unbeschadet durch die Krise. „2009 war ein sehr erfolgreiches Jahr für uns“, sagt Handelsmanager Fischer. Die Erlöse der Fachhändlervereinigung lagen um mehr als sechs Prozent über denen des Vorjahres. Insgesamt erreichten die Sporthändler nach Angaben ihres Branchenverbands hierzulande vergangenes Jahr ein Umsatzplus von 3,5 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro. Ein wichtiger Grund für das gute Ergebnis sind die beiden schneereichen Winter: „Der Wintersport hängt mehr vom Wetter ab als von der Konjunktur“, sagt Adalbert von der Osten, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Sportartikel-Industrie.
Die Unternehmen aus diesem Wirtschaftszweig stehen mit ihren guten Zahlen nicht alleine da, auch andere Bereiche der Konsumgüterbranche wachsen in der Flaute. Beispiel Vedes: Die 1100 Fachhändler der deutschen Spielwarenkette steigerten den Umsatz vergangenes Jahr um 3,5 Prozent auf 526 Mio. Euro. Auch für das laufende Jahr rechnet die Verbundgruppe mit einem leichten Plus. Die großen Spielwarenhersteller wie Playmobil erwarten nach einem guten Jahr 2009 auch für 2010 ein kräftiges Wachstum. „An den Kindern wird zuletzt gespart“, heißt es unisono in der Spielwarenbranche.
Die Sportmanager beobachten, dass Ähnliches für den eigenen Körper gilt: „In der Flaute ist den Menschen noch wichtiger als sonst, dass sie gesund sind und so auch im Job mithalten können. Deshalb machen sie viel Sport“, sagt Intersport-Vorstand Klaus Jost.
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