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Unilever will nach Restrukturierung wieder wachsen

Nach Jahren des Konzernumbaus mit Reduzierung der Marken und Arbeitsplatzabbau will das niederländisch-britische Konsumgüterunternehmen Unilever wieder wachsen.

dpa-afx HAMBURG. Nach Jahren des Konzernumbaus mit Reduzierung der Marken und Arbeitsplatzabbau will das niederländisch-britische Konsumgüterunternehmen Unilever wieder wachsen. Sichtbares Zeichen dafür sei auch die neue Zentrale für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die Unternehmenschef Paul Polman am Donnerstag in der Hamburger Hafen-City in einer Feierstunde eröffnete. "Wir sind bereit, das Unternehmen wachsen zu lassen", sagte Polman. Im ersten Halbjahr 2009 habe Unilever in allen Bereichen besser abgeschnitten als die Konkurrenz. In der Hamburger Zentrale beschäftigt das Unternehmen rund 1 000 Mitarbeiter. Allein in diesem Jahr war die Zahl um 170 reduziert worden.

Besonders Europa und Deutschland bleiben nach Polmans Angaben schwierige Märkte. Steigende Arbeitslosigkeit und schwaches Konsumentenvertrauen seien Hindernissen. Unilever setze dagegen die Strategie, innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Damit entziehe man sich auch dem besonders in Deutschland sehr starken Konkurrenzkampf und dem Preisdruck im Einzelhandel. "Der Preis ist nicht unsere Waffe", sagte Polman. Das seien Innovation und Unterscheidbarkeit. Unilever gibt keine Geschäftszahlen für einzelne Länder heraus. Zum Deutschen Markt sagte er nur: "Die Rendite in Deutschland macht mir keine schlaflosen Nächte."

Das angestrebte Wachstum von mehreren Prozent jährlich soll mit den verbliebenen Marken aus den Bereichen Lebensmittel (darunter Knorr, Langnese und Pfanni) sowie Hygiene (unter anderem Coral und Dove), erzielt werden. Zwar schließe er auch Übernahmen nicht aus, sagte Polman. Aber: "Wir sind auf unser eigenes Geschäft fokussiert". In den vergangenen Jahren hatte sich Unilever von zahlreichen Marken getrennt. 2006 war fast das gesamte europäische Tiefkühlgeschäft mit der Traditionsmarke Iglo verkauft worden.

Die neue Hamburger Zentrale entstand in dreijähriger Planungs- und Bauzeit mit sieben Geschossen direkt an der Elbe mit Blick auf Kreuzfahrtterminal und Elbphilharmonie. Im Mittelpunkt befindet sich ein über alle Stockwerke reichendes Atrium, durch dessen Glasdach Tageslicht auf Treppen und Gemeinschaftsbereiche fällt. Zu den Baukosten machte das Unternehmen keine Angaben. Das Erdgeschoss ist auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Dort finden sich ein Unilever-Shop, ein Langnese Café und ein Dove Spa.

1963 war Unilever in seine bisherige Hamburger Zentrale am Dammtorwall in der Neustadt eingezogen. Das Gebäude war mit mehr als 90 Metern Höhe eines der ersten Hochhäuser in der Hansestadt.

Unilever beschäftigt in Deutschland rund 6 100 Mitarbeiter, weltweit waren es Ende 2008 nach Unternehmensangaben etwa 170 000. Der Jahresumsatz betrug 40,5 Mrd. Euro.

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