Absatzeinbruch in Deutschland
Europas Automarkt schwächelt

Im September ist die Zahl der Autoverkäufe in Deutschland so stark zurückgegangen, dass auch die deutlichen Zuwächse in Osteuropa einen Absatzeinbruch in Europa nicht verhindern konnten.

HB FRANKFURT. Der Automobilmarkt in den EU-Ländern und den Efta-Staaten Norwegen, Island und Schweiz schrumpfte um 1,5 Prozent auf 1,42 Mill. Fahrzeuge, wie die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) am Dienstag in Brüssel mitteilte. Allein in Deutschland gingen die Neuzulassungen um elf Prozent auf gut 265 000 zurück, nachdem die Mehrwertsteuererhöhung vor einem Jahr zu einem Run auf die Händler geführt hatte.

Obwohl die anderen großen Nationen Italien, Frankreich und Großbritannien Zuwächse verzeichneten und nur Spanien mit einem Minus von 7,7 Prozent aus der Reihe tanzte, ging der Absatz in den 15 westeuropäischen EU-Staaten und den Efta-Ländern um 2,1 Prozent auf 1,33 Mill. Neufahrzeuge zurück. Die neuen EU-Länder in Osteuropa zeigten mit einem Plus von 9,5 Prozent auf gut 86 000 Autos dagegen weiter Nachholbedarf. In Polen und Rumänien wurden jeweils 20 Prozent mehr Neuwagen abgesetzt als vor einem Jahr, in Bulgarien sogar 27 Prozent mehr.

In den ersten neun Monaten des Jahres wurden in Europa 12,2 Mill. Neuwagen verkauft, 0,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2006. Deutschland hat einen Rückstand von acht Prozent zum Vorjahr, der westeuropäische Markt liegt 0,2 Prozent hinter dem Absatz zwischen Januar und September 2006.

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) verwies auf das gute Abschneiden der heimischen Autobauer auf den großen Märkten in Westeuropa. In Frankreich hätten deutsche Hersteller mit einem Plus von vier Prozent stärker zugelegt als der um drei Prozent gewachsene Markt, ebenso in Großbritannien (plus drei gegenüber plus ein Prozent). In Italien stagnierte der Markt, während die Deutschen vier Prozent zulegten. Dort haben BMW, Mercedes & Co. einen Marktanteil von 37 Prozent, in Großbritannien sind es 41 Prozent, in Frankreich 28 Prozent.

Von den großen deutschen Herstellern legten nach Angaben der ACEA im September in Europa BMW (plus 3,7 Prozent) und Daimler (plus 5,7) deutlich zu. Dabei profitierte BMW nur vom Boom des Kleinwagens Mini (plus 39 Prozent), die angestammte Markte BMW verkaufte 2,4 Prozent weniger. Die Marke Mercedes legte um 4,6 Prozent zu. Die Volkswagen-Gruppe büßte 6,8 Prozent ein, die Marken VW und Audi verloren jeweils sieben Prozent. Nur Seat konnte die Verkaufszahlen steigern.

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