Absatzeinbruch: Peugeot-Verkäufe rutschen unter Drei-Millionen-Marke

Absatzeinbruch
Peugeot-Verkäufe rutschen unter Drei-Millionen-Marke

Die Lage beim französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën spitzt sich zu: Im vergangenen Jahr ist der Absatz massiv eingebrochen. Neben den schlechten Verkäufen im Heimatmarkt waren auch die Iran-Pläne verantwortlich.
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ParisDen französischen Opel-Partner PSA Peugeot Citroen hat der Einbruch der europäischen Märkte im vergangenen Jahr hart getroffen. Die weltweiten Autoverkäufe der Firma brachen nach Angaben vom Mittwoch 2012 um 16,5 Prozent auf 2,97 Millionen Wagen ein. Vor allem die von der Schuldenkrise gelähmte Nachfrage in südeuropäischen Ländern habe zu dieser Entwicklung geführt. „PSA Peugeot Citroën hat die volle Kraft des anhaltenden Rückgangs zu spüren bekommen“, stellte Markenchef Frederic Saint-Geours fest.

Die Lage ist prekär: In Frankreich wurden im abgelaufenen Jahr insgesamt 1,9 Millionen Autos neu zugelassen - das sind 14 Prozent weniger als 2011 und so wenige wie letztmals 1997.

Doch auch der Rückzug aus dem Iran spiegelte sich in den Zahlen wider. Dort wollte Peugeot ursprünglich Wagen endfertigen lassen, legte die Pläne aber schon im Frühjahr 2012 nach dem verhängten Embargo auf Eis. Damit fehlten in der Jahresbilanz gut 300.000 Autos. 2011 seien auf diesem Markt noch 457 900 Fahrzeuge abgesetzt worden. Wären die Iran-Pläne umgesetzt worden, hätte sich der Rückgang auf 8,8 Prozent abgemildert.

Die Verkäufe Peugeots in China dagegen legten den Angaben nach um 9,4 Prozent zu auf 442.000 Fahrzeuge. Der Konzern will bis 2015 die Hälfte seines Absatzes außerhalb Europas erzielen, wie Peugeot bekräftigte. Helfen soll dabei unter anderem ein zweites Gemeinschaftsunternehmen in der Volksrepublik. China hat es bereits zum weltgrößten Automarkt geschafft. Doch auch dort dürfte sich das Wachstum Experten zufolge in diesem Jahr abschwächen.

Für das angelaufene Jahr prognostizierte der Renault-Rivale eine weitere Schrumpfung des europäischen Automarktes, und zwar um drei bis fünf Prozent. Ein Absatzziel nannte Peugeot nicht.

Peugeot steckt seit längerem tief in der Krise und schließt deshalb ein Werk bei Paris. Vergangenes Jahr hatten die Franzosen eine Zusammenarbeit mit dem ebenfalls kriselnden Autobauer Opel besiegelt, um Kosten zu senken. Sowohl Peugeot als auch Opel schreiben rote Zahlen.

Die Zusammenarbeit mit der GM-Tochter fällt indes deutlich kleiner aus als anfangs gedacht. GM war zuvor mit sieben Prozent bei Peugeot eingestiegen. Am Montag berichtete die Zeitung „Le Monde“ jedoch, dass die französische Regierung PSA zum Kauf von Opel dränge. Damit solle ein Gegengewicht zum Volkswagen-Konzern geschaffen werden.

Am Mittwoch dementierte PSA: Eine Übernahme des deutschen Autobauers stehe „nicht auf der Tagesordnung“, sagte PSA-Markendirektor Frédéric Saint-Geours. Er verwies darauf, dass der französische Autobauer und GM Mitte Dezember ihre Pläne für ihre Zusammenarbeit vorgestellt hätten. „Wir arbeiten auf dieser Grundlage.“ Er ging davon aus, dass der Preiskrieg am Automarkt weitergehen werde, auch durch eine „Offensive von Volkswagen“. Woher das Geld für eine Opel-Übernahme kommen sollte, war zuvor aber bereits unklar.

Für die angeschlagene Finanzierungssparte von Peugeot, Banque PSA Finance, hatte sich die Firma vergangenen Herbst bereits Staatshilfen im Volumen von sieben Milliarden Euro gesichert. Nun berichtete die Zeitung „Les Echos“, die Regierung in Paris habe die EU-Kommission am Montag offiziell um Zustimmung zu den Plänen gebeten. Währungskommissar Joaquin Almunia hatte im Dezember gesagt, die Hilfen bedürften nicht der Prüfung der EU-Kommission. Sollten sie aber doch den Weg über Brüssel gehen müssen, könnte dies Auflagen der Kommission für die Geschäftspolitik von Peugeot zur Folge haben.

Heftig spekuliert wurde zuletzt auch über eine Trennung vom 57-prozentigen Anteil am Autozulieferer Faurecia. Die Gerüchte hatten den Kurs der Peugeot-Aktien am Montag um 13 Prozent nach oben getrieben. Saint-Geours stellte jedoch am Mittwoch klar: „Das steht nicht auf der Agenda.“

Bis Mittag gaben Peugeot-Aktien um ein Prozent, Faurecia-Titel um 1,2 Prozent nach. Die Verluste waren größer als das Minus des breiten Marktes.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

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  • Herzergreifend wieviele sich um Opel sorgen und wie oft Opel Thema in den Medien ist. Und das, obwohl das Schicksal von Opel eigentlich nur Auswirkungen für den Eigentümer GM (USA), seine Mitarbeiter und Zulieferer sowie seine Kunden & Fans hat.
    Am lautesten schreien tuen aber die Opelhasser, obwohl sie doch gar nicht gezwungen werden einen Opel zu kaufen. ;-)

  • Na dann kann man ja nur hoffen, dass der gemeine Franzose, Spanier und Italiener alsbald gegen die Gemeinschäftswährung rebelliert, wenn er indirekt durch den bösen, arbeitswütigen, niedriglohngeilen Deutschen zu Stundenlöhnen von unter 5EUR gezwungen wird.

  • ... wieso, weshalb, warum?

    In der EU gibt's keinen Wettbewerb. Die Währung verzerrt den Wettbewerb, dopt die einen, paralysiert die anderen. Ist das fair?

    Wettbewerb ist auch albern zu sagen, das haben die Apostel der Aktienghemonie - Lambsdorff und Westerwelle - sich ausgedacht. Der eine war Großmeister der Bilderberger und der andere ist sein mi0ratener Ziehsohn. Das ist nicht mal Wirtschaftssprache. Also gibt's keinen Rabatt für diesen Unsinn.

    Im Kern meint das ohnehin die Wetterei an den Börsen. D.h., wir Arbeitnehmer sind die Pferde.

    Und wer meint, er stehe überall im Wettbewerb, wird schwerhörig.

    In der Wirtschaft heißt das "Konkurrent" (geschäftliche Rivale).
    Bißchen Latein muß sein, immerhin war das antike Rom der Erfinder des blutigen Hauen und Stechens.

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