Absatzkrise der Autobranche
US-Unternehmen trifft Krise besonders hart

Weltweit sinkt die Nachfrage nach Autos, in den USA wird die Krise besonders deutlich: Die Nachfrage nach Autos ist so schwach wie seit 15 Jahren nicht mehr. Inzwischen scheint sogar Branchenriese General Motors von der Insolvenz bedroht zu sein. Die US-Zulieferbetriebe rechnen mit dem Schlimmsten.

FRANKFURT.Die Krise der Autoindustrie bekommen die großen US-Zulieferer besonders stark zu spüren. Die großen amerikanischen Autoteile-Hersteller sind stärker als die europäischen Lieferanten abhängig von den großen US-Herstellern, und deren Lage ist derzeit äußerst prekär. Die Nachfrage nach Autos ist in den USA so schwach wie seit 15 Jahren nicht mehr. Große Banken hatten zuletzt sogar eine Insolvenz des Branchenprimus General Motors nicht ausgeschlossen. Auch für die übrigen Hersteller hatten Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit nochmals heruntergestuft.

Ein Abwärtssog, der angesichts der Finanzkrise auch viele große US-Zulieferer immer mehr in die Tiefe zieht. Die Ratingagentur Fitch sagt bereits weitere schwere Monate für die amerikanischen Autozulieferer voraus. Die meisten Unternehmen hätten zwar in den vergangenen Jahren massive Anstrengungen unternommen, um ihr Geschäft zu restrukturieren, aber der massive Einbruch auf dem US-Automarkt könne durch diese Maßnahmen nicht mehr kompensiert werden, heißt es in einer aktuellen Studie der Ratingagentur.

Für viele große US-Zulieferer sind das neue Hiobsbotschaften. "Wir planen von Tag zu Tag", heißt es bei Zulieferern wie Johnson Controls. Die US-Firma fabriziert Autoelektronik, Cockpits und Sitze. Johnson Controls hat ein weltweites Restrukturierungsprogramm aufgelegt, das zumindest bis Ende 2009 laufen soll. Den Konzern trifft das Krisenszenario hart, weil alle drei Kernbereiche (Auto, Batterien und Gebäudetechnik) betroffen sind. Als Reaktion reduzieren die Amerikaner Kapazitäten und schließen Werke zusammen, um Betriebskosten zu senken und effizienter zu werden.

Viele Branchengrößen wie die Ex-GM-Tochter Delphi stecken bereits seit Jahren in einer nicht enden wollenden Sanierung, die in den Konzernen deutliche Spuren hinterlassen hat. Der Zulieferkonzern, der noch vor Jahren die Nummer eins der Branche war, rangiert heute deutlich abgeschlagen hinter dem Stuttgarter Zulieferkonzern Bosch und dem japanischen Konkurrenten Denso. Nach einer Studie der Mittelstandsbank IKB, ist vorgezeichnet, dass in zehn Jahren deutsche und japanische Zulieferergruppen die Branche dominieren werden. Hauptgrund dafür, dass die Konkurrenz den Amerikanern enteilt, sei die anhaltende Schwäche der US-Hersteller. Noch sitzen zwei der fünf größten Zulieferer, Delphi und Magna, in Nordamerika.

Eine mögliche Notfusion der beiden kriselnden Autokonzerne General Motors und Chrysler würde den Druck auf die Lieferanten noch weiter erhöhen. Vor allem kleinere und mittelständische Lieferanten könnten nach Ansicht von Experten die potenziellen Verlierer einer globalen Allianz werden. In der traditionell eigenkapitalschwachen Branche fehlten ihnen die Mittel, um die notwendigen Stückzahlen für den neuen Giganten zu liefern, warnen Analysten.

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