Absatzkrise: Miese Prognosen für Autobauer

Absatzkrise
Miese Prognosen für Autobauer

Mit historisch schlechten Absatzzahlen und skeptischen Prognosen gehen Autobauer weltweit ins Jahr 2009. In Spanien brach der Absatz im vergangenen Jahr mit 28,1 Prozent so stark ein wie noch nie. In Italien seien die Verkaufszahlen um 13,4 Prozent gefallen, erklärte das Transportministerium am Freitag.

HB MADRID/DETROIT/BOMBAY. Auch die großen Hersteller in Indien, das lange als Boomland mit sagenhaften Wachstumsraten gefeiert wurde, kämpfen mit Absatzeinbrüchen. Noch schlechter ist die Lage im wichtigen US-Markt: Hersteller Ford rechnet damit, dass die Verkaufszahlen 2009 noch schlechter ausfallen werden als im Krisenjahr 2008.

Der zweitgrößte US-Hersteller geht davon aus, dass 2008 im größten Automarkt der Welt nur noch 13,2 Mio. Fahrzeuge verkauft wurden - das wäre der tiefste Stand seit 1992. Einen derartigen Rückgang um rund drei Mio. Fahrzeuge habe es zuletzt 1974 infolge der ersten Ölkrise gegeben, erklärte George Pipas, Chefanalyst in Fords Verkaufsabteilung. „Wir gehen nicht davon aus, dass das erste Quartal anders verlaufen wird als das zurückliegende vierte Quartal“, fügte Pipas hinzu. Von Oktober bis Dezember seien die US-Fahrzeugverkäufe im Vergleich zum Vorjahr um rund 35 Prozent eingebrochen, erklärte er.

In Europa leidet Spanien besonders stark unter der Branchenkrise. Nach Angaben des Herstellerverbandes Anfac halbierte sich das Absatz 2008 nahezu auf 72 377 Autos. Diese Entwicklung sei vor allem auf einen rapiden Anstieg der Arbeitslosigkeit, einen Rückgang bei den verfügbaren Einkommen und verschärfte Kreditbedingungen zurückzuführen. All dies habe das Verbrauchervertrauen erheblich beeinträchtigt. Hersteller wie Volkswagen, Nissan, General Motors und Ford haben wegen der gesunkenen Nachfrage in ihren spanischen Werken bereits Produktionspausen angeordnet.

Ladenhüter waren vor allem große Pkw und Minivans. Bei diesen Modellen brachen die Verkäufe allein im Dezember um 83 Prozent ein. Sitzen blieben die Händler aber auch auf Luxus- und Sportwagen. Falls sich die Lage auf dem Automobilmarkt im neuen Jahr nicht bessere, dann werde die Zahl der Neuanmeldungen um mehr als eine Million Fahrzeuge zurückgehen. „Dies gibt uns eine Vorstellung vom Ernst der Situation“, erklärte Anfac.

Auch im Schwellenland Indien hinterlässt die weltweite Wirtschaftsflaute immer tiefere Spuren in den Bilanzen der Hersteller. Beim größten indischen Fahrzeughersteller Tata Motors brachen die Verkaufszahlen im Dezember um 47 Prozent ein. Schuld seien Wirtschaftsflaute, Kreditklemme, hohe Zinsen und das gesunkene Verbrauchervertrauen, erklärte Tata am Freitag. Der mehrheitlich zum japanischen Suzuki-Konzern gehörende Hersteller Maruti Suzuki India hatte bereits am Donnerstag einen Rückgang um zehn Prozent vermeldet.

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