Absatzmarkt Indien: BMW richtet Motorrad-Produktion neu aus

Absatzmarkt Indien
BMW richtet Motorrad-Produktion neu aus

Kleinere Maschinen für jüngere Kundschaft: BMW wird künftig mit einem indischen Motorradhersteller kooperieren. Damit setzt der bayerische Konzern auf den wachsenden Markt in Entwicklungsländern.
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MünchenAuf der Suche nach junger Kundschaft für seine Motorräder wagt der BMW-Konzern einen neuen Anlauf - diesmal in Indien. Die Münchner wollen nach Angaben von Montag künftig mit einem der größten Motorradhersteller Indiens, der TVS Motor Company, bei der Entwicklung und Produktion von kleineren Maschinen mit bis zu 500 Kubikzentimetern Hubraum zusammenarbeiten. So wolle BMW neue Wachstumspotenziale erschließen und profitabel und nachhaltig wachsen, sagte Spartenchef Stephan Schaller. BMW hatte Ende Januar angekündigt, sein Motorradgeschäft neu aufzustellen und sich künftig auf die großen, teuren Maschinen sowie auf kleine und elektrisch betriebene Gefährte für Großstädte zu konzentrieren.

In diesem Zug trennte sich BMW nach wenigen Jahren von der Geländemotorrad-Marke Husqvarna. Mit Hilfe der leichten und sportlichen Modelle wollten die Münchner jüngere Käufer gewinnen, aber die Absatzzahlen schrumpften. Ältere Männer sind die Hauptkundschaft der Motorradbauer, unter jungen Menschen schwindet dagegen das Interesse. In vielen Ländern lahmt der Absatz der gesamten Branche. In Deutschland wuchs der Markt 2011 zum ersten Mal seit Mitte der 1990er Jahre wieder.

BMW setzt bei der Kooperation mit den Indern darauf, dass in Entwicklungsländern die Nachfrage nach Motorrädern anzieht. In Brasilien, wo BMW bereits Maschinen fertigt, zeige sich das, sagte ein Konzernsprecher. "Motorradfahren ist in Asien eine gewisse Normalität." Indien spiele dabei als Markt eine Rolle, auch China sei im Fokus. Welche Länder wie intensiv bearbeitet würden, sei noch offen, sagte der Sprecher. Auch Konkurrent Audi, der die italienische Nobel-Motorradmarke Ducati gekauft hat, wittert Wachstumschancen in Asien. Die Preise für Motorräder sind vielerorts deutlich niedriger als für Pkw, und in staugeplagten Metropolen lässt sich auf zwei Rädern schneller vorankommen als auf vier.

TVS Motor Company produziert den Angaben zufolge rund zwei Millionen Motorräder pro Jahr und setzt mehr als eine Milliarde US-Dollar um. Die Zusammenarbeit mit BMW sieht dem Konzernsprecher zufolge vor, dass in München vor allem geforscht und entwickelt und in Indien produziert wird. Jeder der beiden Hersteller werde die Motorräder dann unter eigener Marke anbieten. Zunächst sei ein Straßenfahrzeug mit kleinerem Hubraum geplant, sagte der BMW-Sprecher. Elektrisch betriebene Motorräder seien dagegen kein Thema für die Kooperation. Mit Blick auf steigende Umweltanforderungen verkauft BMW seit 2012 Roller für den Stadtverkehr, elektrische Varianten sollen 2014 folgen.

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