Absatzmarkt und Drehscheibe Indien
Deutsche in Indien

Ob allein wie die Deutsche Bank und der Automobilzulieferer Bosch oder ob in Kooperation mit Partnern wie der Münchener Allianz-Konzern und der mittelständische Schuproduzent Bär - deutsche Unternehmen entdecken Indien. Das Land rückt sowohl als Absatzmarkt als auch als Drehscheibe in den Fokus.

Automobilindustrie: Das Premium-Problem

Nach ihrer Expansion in China nimmt Deutschlands Autoindustrie Indien ins Visier. BMW errichtet ein Montagewerk, das 2007 die Produktion aufnehmen soll. MAN baut zusammen mit Force Motors eine Fertigung für schwere LKWs. Die Pläne von Europas größtem Autobauer, Volkswagen, warf im vergangenen Jahr zwar ein Korruptionsskandal zurück. Teams aus Wolfsburg sind in Indien aber schon wieder auf der Suche.

Deutsche Autobauer haben Indien lange vernachlässigt. Einzig Daimler-Chrysler ist auf dem Subkontinent bereits seit einigen Jahren mit einer kleinen Mercedes-Fertigung präsent und fängt nun mit dem Vertrieb von LKWs an. Der Hauptgrund für den Spätstart der deutschen Autobauer ist neben der China-Euphorie der Fokus auf teure Premium-Modelle.

"Mit unserer derzeitigen Produktpalette können wir am Billig-Segment nicht teilnehmen", sagt Bernd Gottschalk. Dies zu ändern sieht der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA) als "außergewöhnliche Herausforderung" an. Immerhin soll die Kategorie der Billig-Autos unter 7000 Euro mittelfristig weltweit dreimal schneller wachsen als der Gesamtmarkt. Auf Asiens viertgrößtem Automarkt werden mit 1,6 Millionen bereits mehr Fahrzeuge produziert als etwa in Mexiko. Der PKW-Markt hat sich seit 1998 auf über eine Million verdoppelt, das LKW-Segment brauchte für die Verdoppelung nur drei Jahre. "Am gewaltigen Potential dieses Marktes kommt die deutsche Industrie nicht vorbei", sagt Gottschalk.

Einen Namen im preissensiblen Massenmarkt macht sich derweil die Konkurrenz. Suzuki und Hyundai erklärten den Subkontinent zum Exportzentrum für ihre Kleinwagen. Der französische Autobauer Renault bringt in Indien sein Billig-Modell Logan auf den Markt. Die Entwicklung auf die Spitze treibt Tata. Der indische Autobauer entwickelt ein Auto, das nur 2000 Euro kosten soll. "Das ist ein faszinierendes Projekt", erklärt Bernd Bohr, Leiter der KFZ-Technik bei Bosch. Der Weltmarkt erhalte damit eine neue Produktkategorie: Autos zum Preis eines Motorrollers.

Anders als die Autobauer ist die deutsche Zulieferindustrie bereits stark vertreten und wächst mit Aufträgen von Suzuki, Hyundai, Tata, Honda und Toyota. Bosch etwa erhöhte sein Investitionsprogramm für Indien Anfang des Jahres auf 325 Mill. Euro bis 2008. Im Vorjahr steigerte der Zulieferer den Umsatz in Indien um ein Viertel auf 685 Mill. Euro.

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