Absatzprobleme
Ford stützt Jaguar mit Milliardensumme

Ford hat zurzeit auf seinem Heimatmarkt USA große Probleme, seine Autos an den Mann zu bringen. Da kommt den Amerikanern schlecht zupass, dass die britische Tochter Jaguar ebenfalls unter Verkaufsschwund leidet. Einem Zeitungsbericht zufolge muss die Mutter Geld nachschießen, damit Jaguar überlebt.

HB LONDON. Wie die „Financial Times“ am Freitag berichtete, muss die Konzernmutter mit der Summe von 1,2 Mrd. Pfund (1,75 Mrd. Euro) hohe Verluste und Abschreibungen bei der Luxusmarke Jaguar ausgleichen. Das wäre das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, dass der US-Autobauer der von schwachen Verkaufszahlen gebeutelten Tochter Jaguar mit frischem Geld helfen muss.

Jaguar habe 2004 einen Verlust von 429,3 Mill. Pfund verbucht, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unterlagen, die der Autobauer beim britischen Registerbüro eingereicht hat. Auch 2005 wird das Unternehmen nach Aussagen von Jaguar-Managern tiefrote Zahlen schreiben. Bei Jaguar war zunächst niemand für einen Kommentar zu erreichen.

Ford kaufte die traditionsreiche Luxusmarke 1989 für 1,6 Mrd. Pfund und kämpft seitdem darum, sie in die schwarzen Zahlen zu führen. Im vergangenen Jahr baute Jaguar in England 1150 Stellen ab und fuhr die Produktion zurück. Ford erwägt sogar den Verkauf des Jaguar-Stammwerks Browns Lane in Coventry, das es seit 1928 gibt.

Das Ziel, 2007 die Gewinnschwelle zu erreichen, hat der Autobauer mit der zum Spung ansetzenden Wildkatze als Markenzeichen inzwischen fallen gelassen. Auch die Absatzzahlen im laufenden Jahr sind wenig ermutigend: Im Kernmarkt USA verkaufte Jaguar in den ersten elf Monaten 15,5 Prozent weniger Fahrzeuge, in Europa brach der Absatz sogar um 23 Prozent ein.

Spekulationen, Ford könne Jaguar womöglich verkaufen, hatte Europachef Lewis Booth vergangene Woche aber dementiert. Ob Ford sich eine Baustelle Jaguar auf Dauer aber leisten kann, ist fraglich, denn Ford kämpft auch unter eigener Marke mit erheblichen Absatzproblemen vor allem auf dem Heimatmarkt USA. Im abgelaufenen Quartal fuhr das Unternehmen hunderte Millionen Dollar Verlust ein. Ähnlich wie der größere US-Konkurrent General Motors kündigte Ford die Streichung tausender Stellen an.

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