Absatzprobleme
Gewinnwarnung bei Aixtron

Der Aachener Leuchtdioden-Spezialist muss wegen Absatz- und Lieferproblemen seine Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich zurückschrauben.
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AachenDer Chipanlagenbauer Aixtron bekommt die Konjunkturängste seiner asiatischen Kunden zu spüren und vergrault mit drastisch zusammengetrichenen Jahreszielen seine Anleger. Statt Umsatz- und Gewinnsteigerungen erwartet der Vorstand 2011 nun herbe Einbußen, wie der Aachener Konzern am Donnerstag mitteilte. Neben der Investitionszurückhaltung und Projektverzögerungen sorge der Preisverfall bei Leuchtdioden (LED) für Druck auf die Margen. Aixtron produziert Maschinen zur Herstellung von LEDs, die in der Unterhaltungselektronik und bei industrieller Beleuchtung zum Einsatz kommen.

Die gekappte Prognose deutet auf ein extrem schwaches zweites Halbjahr hin. An der Börse sorgte das am Donnerstag für einen Kurseinbruch um ein Viertel auf 10,46 Euro. Damit haben die im Technologieindex TecDax gelisteten Aktien seit Jahresbeginn mehr als zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt. Reihenweise stuften Analysten die Papiere herunter und empfahlen sie zum Verkauf. Equinet-Experten nannten die Neuigkeiten eine „massive negative Überraschung“. Seit dem Quartalsbericht seien wohl keine Bestellungen mehr hereingekommen.

Aixtron warf wegen Projektverschiebungen Aufträge im Volumen von 100 Millionen Euro aus den Orderbüchern und erwartet 2011 nun entgegen früheren Planungen einen um bis zu 300 Millionen Euro niedrigeren Umsatz zwischen 600 bis 650 (Vorjahr: 784) Millionen. Im ersten Halbjahr erreichten die Erlöse bereits 381 Millionen Euro. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) werde sich zwischen 25 und 30 Prozent bewegen statt bei 35 Prozent. Damit könnte das operative Ergebnis (Ebit) rein rechnerisch auf 150 bis 195 (Vorjahr: 275) Millionen Euro einbrechen nach 130 Millionen zur Jahresmitte. Ursprünglich hatte Aixtron für 2011 ein operatives Ergebnis von bis zu 315 Millionen Euro angestrebt.

Bereits im zweiten Quartal deuteten sich Schwierigkeiten an, Umsatz und Gewinn gingen zurück. Aixtron-Chef Paul Hyland berichtete Ende Juli von Finanzierungsengpässen einiger Kunden und Projektverzögerungen. Dennoch bekräftigte er seinerzeit noch die Jahresziele.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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