Absatzrückgang
VW verliert im US-Automarkt an Boden

Die US-Autobauer werden Opfer ihrer eigenen Sparpolitik: GM, Ford oder Chrysler können die Nachfrage nicht vollends bedienen. Dennoch liefern sie so viele Autos aus, wie teils seit Jahren nicht mehr – im Gegensatz zu VW.
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Detroit/FrankfurtDie Autobauer können die starke Nachfrage in den USA nicht bedienen. GM, Ford und Chrysler verbuchten im Juli dank der Erholung der US-Wirtschaft zwar zweistellige Zuwächse, konnten angesichts von Nachschubproblemen die hohen Erwartungen der Analysten aber nicht erfüllen.

"Wir arbeiten wirklich hart, um unsere Produktionskapazitäten so stark wie nötig auszubauen", sagte Ford-Vertriebschef Ken Czubay am Donnerstag. Im Juli habe der fehlende Nachschub an Kassenschlagern wie dem Ford Fusion und dem Ford Focus das Wachstum "gedämpft". Dennoch steigerte Ford wie auch der Konkurrent Chrysler den Absatz im vergangen Monat um elf Prozent.

Ford übergab 193.715 Wagen an die Kundschaft, Chrysler 140.102 Fahrzeuge. Beide Autobauer sprachen vom besten Juli seit 2006. Das reichte allerdings nicht, um den Abstand zum größten US-Autobauer GM zu verringern.

Die Opel-Mutter übergab 234.071 Wagen an die Kunden - 16 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Analysten zeigten sich auch hier enttäuscht: Sie hatten erwartet, dass GM gut 9.000 Autos und Pick-Ups mehr verkaufen würde. Beliebt waren bei den Amerikanern einmal mehr große Pick-Ups, die für die Autobauer besonders renditeträchtig sind. Diesen Markt dominieren die "Big Three" GM, Ford und Chrysler.

Auch die meisten ausländischen Autobauer konnten in den USA kräftig zulegen. Toyota steigerte den Absatz um rund 17 Prozent auf 193.394 Fahrzeuge und vergrößerte den Abstand zu Volkswagen. Die Verkäufe der Marke VW sanken dagegen um 3,3 Prozent auf 35.779 Autos. Bereits im Juni war der Absatz der Wolfsburger in den USA zurückgegangen.

Unter den deutschen Premium-Autobauern konnte Mercedes am stärksten zulegen. 23.648 Wagen mit den Stern rollten aus den Autohäusern, 22,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die VW-Tochter Audi erhöhte den Absatz um 11,6 Prozent auf 13.064 Wagen und meldete den 31. Monat in Folge einen Verkaufsrekord. BMW kam nur auf ein Plus von 10,5 Prozent. Mit 29.993 Autos übergaben die Münchener aber mehr Wagen an die Kunden als die Konkurrenten aus Stuttgart und Ingolstadt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Absatzrückgang: VW verliert im US-Automarkt an Boden"

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  • @ScheissD:
    Vielen Dank für Ihre lehrreiche und vorurteilsfreie Analyse über Deutsche, Deutsche Autos und auch Asiaten. Das war sehr hilfreich!

  • Ihre vulgäre Sprache können Sie sich sparen. Niemand zwingt Sie nach der ersten Enttäuschung weiter deutsche Autos zu kaufen!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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