Absatzrückgang zum Jahresanfang: Deutsche verschmähen das Auto

Absatzrückgang zum Jahresanfang
Deutsche verschmähen das Auto

Wegen der zum Jahresanfang erhöhten Mehrwertsteuer haben viele Kunden Ende 2006 noch schnell einen neuen Wagen gekauft. Was damals ein Segen war, wird nun zum Fluch. Denn die Absatzzahlen brechen ein. Gut zu tun haben die deutschen Autobauer dennoch.

HB FRANKFURT. Nach einem Absatzrückgang von 15 Prozent im Februar senkte die Autoindustrie am Donnerstag ihre Prognose für 2007. Statt der bisher erwarteten 3,4 Mill. Neuzulassungen rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) nur noch mit etwas mehr als 3,3 Millionen. Das wäre ein Minus von bis zu 150 000 Wagen im Vergleich zum Vorjahr. 2006 waren die Konsumenten zum Jahresende vor der anstehenden Steuererhöhung in Scharen in die Autohäuser geströmt und hatten für das beste Ergebnis seit sieben Jahren gesorgt.

Der VDA schätzt die vorgezogenen Käufe zum Jahresende 2006 auf rund 95 000 Autos. Die entsprechende Absatzlücke zum Jahresanfang sei dem Vorjahr sei auch im März mit einer Lücke bei der Nachfrage zu rechnen, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk. „Realistischerweise ist in den verbleibenden drei Quartalen diese Absatzlücke nur noch teilweise aufzuholen.“

Nach einem Rückgang im Januar von 11 Prozent verzeichneten die deutschen Autobauer auf ihrem Heimatmarkt im Februar ein noch größeres Minus von 15 Prozent auf 183 300 Zulassungen. Der Effekt fällt im Februar nach Ansicht von Experten stärker ins Gewicht – denn im Januar meldeten viele Käufer noch Wagen an, die sie zwar 2006 gekauft, aber erst später geliefert bekommen hatten. „Die Absatzzahlen in Deutschland haben nur wenig mit dem realen Marktgeschehen zu tun“, sagte der Verbandspräsident. Hinzu komme ein statistischer Effekt durch eine Umstellung bei der Erfassung von Neuzulassungen beim Kraftfahrtbundesamt.

Export boomt

Der Export laufe dagegen weiter auf hohen Touren und gleiche die Sondersituation im Inland mehr als aus. Nach einem Plus von 20 Prozent im Januar legten die Ausfuhren im Februar um 6 Prozent auf 359 000 Wagen zu. Die deutschen Hersteller hätten sogar Marktanteile hinzugewonnen.

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Neue Modelle, die ab kommender Woche auf dem Genfer Automobilsalon (8. bis 18. März) präsentiert werden, sollen die Nachfrage ankurbeln. Drei von vier produzierten Wagen exportiert die Autoindustrie inzwischen. Auch die Kapazitäten sind nach Branchenangaben voll ausgelastet. Im Februar rollten mit 485 000 Wagen 7 Prozent mehr von den Bändern als im Vorjahresmonat, berichtete der VDA.

Ausländische Autobauer setzen auf Kleinwagen

Der Absatzeinbruch auf dem deutschen Markt trifft in- und ausländische Autohersteller gleichermaßen: In den ersten zwei Monaten dieses Jahres ging die Zahl der Neuzulassungen deutscher Marken um 13 Prozent zurück, während die ausländischen Hersteller ein Minus von 12 Prozent verbuchten.

Allerdings setzen die ausländischen Hersteller Hoffnungen auf ihre Kleinwagen, die angesichts der Diskussion um den Kohlendioxid-Ausstoß gefragter sein könnten. Der Importeursverband VDIK hofft daher für die in Deutschland vertretenen ausländischen Automobilhersteller auf einen zumindest stabilen Marktanteil, der 2006 bei 36 Prozent lag. Die aktuelle Lage am deutschen Automobilmarkt insgesamt wird von dem Verband aber ebenfalls recht pessimistisch beurteilt: Es sei nichts davon zu spüren, dass die Autokonjunktur anspringe, hatte VDIK-Chef Volker Lange am Mittwoch gesagt. Bis zum Jahresende dürfte der Absatz aber aufholen. Mit einer Absatzprognose von insgesamt 3,4 Mill. Autos gibt sich der VDIK aber etwas optimistischer als der Konkurrentenverband VDA.

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