Absatzzahlen
Asien und Südamerika machen Autobauer froh

Asien hui, Europa pfui. Dieses Motto trifft auch auf die Absatzzahlen für den August 2010 zu, wie die heute vorgelegten Absatzzahlen der Autoverbände belegen. Hoffnung macht vor allem der Export nach Asien und Südamerika. Davon profitieren auch deutsche Hersteller.
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HB HAMBURG. In den Schauräumen europäischer Autoherstellern hat auch im August meist gähnende Leere geherrscht. Nachdem in den meisten Ländern keine Abwrackprämie mehr gezahlt wird, ging die Pkw-Nachfrage nach Angaben der Branche weiter zurück. Im vergangenen Monat seien in den EU-Staaten und den drei Efta-Ländern Island, Norwegen und Schweiz rund zwölf Prozent weniger Fahrzeuge registriert worden als vor Jahresfrist, teilte der europäische Herstellerverband ACEA am Donnerstag in Brüssel mit. In Westeuropa sank die Zahl der Neuanmeldungen in Westeuropa um 14 Prozent. In Osteuropa kletterte sie dagegen um knapp drei Prozent.

Hohe zweistellige Einbußen verbuchten die fünf großen westeuropäischen Länder Deutschland (minus 27 Prozent), Spanien (minus 23,8), Italien (minus 19,3), Großbritannien (minus 17,5) und Frankreich (minus 7,9). In Russland, das vor der Wirtschaftskrise auf dem Sprung war, Deutschland als größten Pkw-Markt abzulösen, zogen die Verkäufe dank staatlicher Kaufanreize um mehr als die Hälfte an. Seit Jahresbeginn übertraf der Absatz dort nach Angaben des deutschen Verbandes der Automobilindustrie (VDA) mit gut 1,1 Mio. Pkw das Vorjahresniveau um 14 Prozent.

Von früheren Höchstständen ist der russische Markt aber noch weit entfernt - im Vergleich zu den ersten acht Monaten 2008 hinkten die Verkaufszahlen um 43 Prozent hinterher. Auch in Ungarn (plus 31,4 Prozent), Slowenien (plus 8,6) und Polen (plus 7,3) erholte sich der Pkw-Absatz.

Die Nachfrage nach Autos hat sich im August in vielen außereuropäischen Ländern kräftig verstärkt. Wichtigste Wachstumsträger waren dabei China, Indien und Japan mit Steigerungsraten zwischen 21 und 40 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Auch Brasilien weise ein deutlich zweistelliges Plus auf.

Der Absatz in China stieg seit Jahresbeginn den Angaben zufolge um 41 Prozent auf gut sieben Mio. Fahrzeuge, im August betrug das Plus 21 Prozent. Der indische Markt zog im August um 34 Prozent an, was den bisherigen Jahresabsatz um 32 Prozent auf gut 1,5 Mio. Autos hochschraubte. Die deutschen Marken verdoppelten ihren Marktanteil dort, blieben aber mit 2,2 Prozent Exoten. In Japan lagen die Neuzulassungen um 40 Prozent über August 2009, was den Jahresabsatz um 23 Prozent auf knapp 3,1 Mio. Stück brachte.

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