Absatzzahlen
BMW: Schwarze Zeiten für Weiß-Blau

Der Motor von BMW stottert. Erstmals seit 15 Jahren haben die Münchner weniger Autos verkauft. Ein historischer Einschnitt für den erfolgsverwöhnten Autobauer. Und über den wichtigen US-Markt türmen sich für die Hersteller von Premium-Marken dunkle Wolken auf. Wobei die Lage für Volumenhersteller wie General Motors und Renault nicht besser aussieht.

fbr/HB MÜNCHEN. BMW – diese drei Buchstaben standen in der Autoindustrie für Erfolg, stets steigende Absatzzahlen und glänzende Bilanzen. Das war einmal. Nach dem Autobauer Daimler hat die Autokrise auch BMW, Deutschlands zweite große Autoikone, fest im Würgegriff. Wie fest, das zeigen die jüngsten Absatzzahlen. Erstmals seit 15 Jahren musste BMW im Dezember ein Absatzminus hinnehmen. Um 4,3 Prozent, sagt BMW, ist die Zahl der verkauften Autos auf 1,44 Millionen zurückgegangen.

Was für ein Einbruch, nachdem BMW ursprünglich mehr Autos als im Vorjahr (1,5 Millionen) verkaufen wollte – aber das war eben noch vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Dass sich die negativ aufs Geschäft auswirken würden, hat BMW kommen sehen und bereits frühzeitig die einstigen Zielmarken nach unten revidiert sowie die Produktion gedrosselt, um nicht auf Halde zu produzieren. Vielleicht sind das Gründe dafür, dass die negativen Verkaufszahlen die Papiere von BMW an der Börse nicht in die Tiefe drückten. Die Aktie zeigte sich nämlich unbeeindruckt und legte auch noch vormittags um 1,85 Prozent auf 22,3 Euro zu.

Wohl eine weise Entscheidung, denn vor allem der wichtige Markt in den Vereinigten Staaten gibt den Premium-Marken wie BMW und Daimler keinen Grund zur Hoffnung. Allein im Dezember hat BMW mit 21 626 Fahrzeugen in den USA 35,9 Prozent weniger Autos als im Monat des Vorjahres verkauft.

Experten rechnen nicht damit, dass sich die Lage in den USA für BMW und Co so schnell bessern wird. Erstmals seit 1996 dürfte, so Rebecca Lindland vom Marktforschungshaus Global Insight, der US-Automarkt unter die Marke von einer Million Fahrzeuge fallen. Und erstmals dürften die Luxus-Autohersteller stärker vom Absatzrückgang betroffen sein als die Volumenhersteller, wie Lindland der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte. Nach dem drastischen Rückgang in Höhe von 19 Prozent im Jahr 2008 rechnet Global Insight mit einem erneuten Dämpfer von 13 Prozent für dieses Jahr.

Hauptgrund: Die Finanzkrise, die die wohlhabenderen Kunden von BMW oder Mercedes-Benz hart getroffen hat. Tausende von Bankern und Brokern haben an der Wall Street ihren Job verloren. Ganz abgesehen davon, dass das Vermögen viele Amerikaner durch abgestürzte Aktien oder Fonds stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist. BMWs US-Chef Jim O´Donell weiß um die gedämpfte Stimmungslage seiner Kundschaft. "Wenn man heute zu einer Dinner-Party geht, dann liegt dort fast schon Furcht in der Luft", wie O`Donnel laut Bloomberg sagte. Zu spüren bekam BMW das Unheil zuerst in den US-Bundesstaaten Kalifornien und Florida als der dortige Immobilienmarkt zusammenbrach. Dann weitete sich die Krise aus.

Deren Folgen lassen sich an den Absatzzahlen von BMW deutlich ablesen - und die sehen alle Märkte zusammengenommen nicht gut aus. Denn die Kernmarke BMW hat es böse erwischt mit einem Jahresminus von 5,8 Prozent. Schlimm war vor allem der Dezember, wo am Ende im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 112 423 Autos ein Minus von 26,4 Prozent stand.

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