Absatzzahlen
Deutsche Autobauer hoffen auf Besserung

Die staatliche Abwrackprämie hat den Autoabsatz in Deutschland im Juni noch einmal kräftig angekurbelt. Davon profitieren ausländische Hersteller überproportional. Sie konnten ihren Anteil auf dem deutschen Markt im ersten Halbjahr laut dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) deutlich steigern. Doch auch die deutschen Hersteller schöpfen Hoffnung.

tia/HB FRANFURT/BAD HOMBURG. Die deutsche Autoindustrie hofft nach dem Boom auf dem Heimatmarkt infolge der Abwrackprämie jetzt auf eine Stabilisierung der des Automarkts im Ausland. "Wenn sich, worauf einiges hindeutet, die Auslandsmärkte im zweiten Halbjahr auf niedrigem Niveau stabilisieren und im kommenden Jahr leicht beleben, könnte die Talfahrt hinter uns liegen", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) Matthias Wissmann am Donnerstag in Frankfurt. Allerdings werde es ein steiniger und harter Weg.

Im ersten Halbjahr bescherte die Abwrackprämie dem deutschen Automarkt einen Rekordzuwachs. Allein im Juni stieg die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 40,5 Prozent auf rund 427 000 Fahrzeuge, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg mitteilte. Im ersten halben Jahr wurden 2,06 Mio. neue Autos zugelassen. Das sind 26,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit sei das Rekordniveau von 1999 noch übertroffen worden, erklärte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

Der VDA hat dank der Prämie seine Prognose angehoben. in diesem Jahr in Deutschland mit einem Absatz von 3,5 Millionen Personenwagen. Dieser Wert ergebe sich selbst wenn das zweite Halbjahr lediglich das Vorjahresniveau erreichen sollte, teilte der Verband am Donnerstag in Frankfurt mit. Zuvor war der VDA für das Gesamtjahr von einem Absatz von 3,1 Millionen Autos ausgegangen. Das hohe Niveau werde aber im kommenden Jahr "sicherlich nicht zu erreichen" sein. Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Autoindustrie sank nach Angaben des Verbands in den vergangenen zwölf Monaten allerdings um 17 800 auf 729 800 Mitarbeiter.

In Deutschland gefragt waren vor allem kleine Autos, während die Premiumhersteller im ersten Halbjahr Einbußen hinnehmen mussten. Im Segment der Minis stiegen die Neuzulassungen nach Angaben des Bundesamtes im ersten Halbjahr um 124 Prozent. Bei Kleinwagen sei ein Zuwachs von 79 Prozent zu verzeichnen, bei der Kompaktklasse von 27 Prozent. Bei der Oberen Mittelklasse dagegen gab es Einbußen von 18,5 Prozent, bei der automobilen Oberklasse von 20 Prozent und bei Sportwagen von 30 Prozent.

Die Zahlen zeigten insbesondere im Vergleich zum rückläufigen europäischen Markt, "wie erfolgreich diese Maßnahme des Konjunkturpakets II ist", erklärte der VDIK mit Blick auf die staatliche Umweltprämie. Nach Berechnungen des Verbands wirkte die Abwrackprämie in den neuen Bundesländern besonders kräftig. Dort wuchs der Autoabsatz von Januar bis Juni um 49 Prozent und damit fast doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt. Der VDIK erwartet aber, dass die Zuwächse in den kommenden Monaten nicht mehr die Rekordmarken des ersten Halbjahres erreichen werden.

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