Absatzzahlen: VW-Marktanteil in Europa fällt erstmals seit 2007

Absatzzahlen
VW-Marktanteil in Europa fällt erstmals seit 2007

Der europäische Automarkt ist 2015 deutlich gewachsen. Die Neuzulassungen legten um 9,3 Prozent zu. Der vom Abgasskandal erschütterte Volkswagen-Konzern musste jedoch Federn lassen.

BrüsselDer Marktanteil von Volkswagen in Europa ist im abgelaufenen Jahr erstmals seit 2007 wieder gesunken. Offenbar hat der im September bekanntgewordene Skandal um manipulierte Dieselabgastests in den letzten Jahresmonaten Käufer abgeschreckt. Wie die europäische Herstellervereinigung Acea am Freitag in Brüssel mitteilte, stammten im letzten Jahr 24,8 Prozent der Neuwagen, die in Europa zugelassen wurden, aus dem Volkswagen-Konzern. Im Jahr 2014 waren es demnach noch 25,5 Prozent.

Insgesamt wächst der Automarkt in Europa. Im letzten Jahr wurden mit 14,2 Millionen Fahrzeugen 9,2 Prozent mehr zugelassen als im Jahr zuvor. Damit wuchs der Gesamtmarkt auch schneller als das Absatzwachstum von Volkswagen, das mit 6,2 Prozent angegeben wurde.

Der größte Autokonzern in Europa hat zu den Konkurrenten wie Fiat Chrysler und den Premiummarken BMW und Daimler an Boden verloren. Volkswagen will in den kommenden Monaten entweder die Motorensoftware betroffener Fahrzeuge modifizieren oder andere technische Lösungen vornehmen, um die Emissionen in Einklang mit den europäischen Abgasvorschriften zu bringen. Die entsprechenden Pläne hatten im Dezember die Zustimmung der EU-Behörden erhalten. Hingegen sträuben sich in den USA, wo der Abgasskandal entdeckt wurde, die Regulierungsbehörden weiter gegen vorgelegte Pläne zur Nachrüstung und bezeichneten sie als unzureichend.

„Kunden von Volkswagen nehmen bislang eine abwartende Haltung ein“, stellte Analyst Carlos da Silva von IHS Automotive in Paris fest. Grund seien die anhaltenden Arbeiten um Rückruf und technische Lösung des Abgasskandals.

In Europa kam die Konzern-Kernmarke Volkswagen den Angaben der Acea zufolge auf ein Absatzplus von 6,5 Prozent, die Premiumtochter Audi fiel mit einem Plus 5,7 Prozent hinter die beiden heimischen Konkurrenten BMW und Mercedes-Benz zurück.

Augenfällig ist das unterdurchschnittliche Absatzwachstum des Volkswagen-Konzerns im Dezember, in dem 4,4 Prozent mehr Neuwagen als im Vorjahr abgesetzt wurden, während sich im Gesamtmarkt ein Plus von 16 Prozent auf 1,16 Mio. Fahrzeuge ergab, wie es von der Acea weiter hieß. Stärkste Gewinner im letzten Monat des Jahres waren demnach Renault mit 28 Prozent, Ford mit einem Sprung von 24 Prozent und PSA Peugeot Citroen mit 21 Prozent.

Die Acea fasst Absatzdaten aus den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union außer Malta, aber einschließlich der Schweiz, Norwegen und Island zusammen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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