Abschaffung der Doppelspitze
EADS plant schnellen Umbau

Der europäische Luftfahrtkonzern EADS drückt bei der Umstrukturierung aufs Tempo. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll bereits im Oktober stattfinden. Die Konzernspitze wird verschlankt, der Einfluss unabhängiger Mitglieder im Aufsichtsrat gestärkt.

fas/ali/mwb MÜNCHEN/PARIS. Noch im Oktober soll nach Informationen aus Aktionärskreisen eine außerordentliche Hauptversammlung die neue Konzernstruktur absegnen. Diese sieht die Abschaffung der Doppelspitze in der Konzernführung und im Verwaltungsrat vor. Die Großaktionäre Daimler-Chrysler und Sogeade (Lagardère und französischer Staat) wollen zudem den Verwaltungsrat mit mehr unabhängigen Mitgliedern besetzen.

Entsprechend der Einigung zwischen den Großaktionären Daimler-Chrysler, Lagardère und dem französischen Staat wird künftig Louis Gallois den Konzern allein führen. Der Deutsche Rüdiger Grube soll im Gegenzug einziger Chef des Verwaltungsrates werden. Tom Enders, bislang gleichberechtigter Konzernchef, übernimmt den Chefsessel bei der Flugzeugtochter Airbus. Der bisherige Co-Board-Chef Arnaud Lagardère wird einfaches Mitglied im Verwaltungsrat.

Aufsicht und das operative Management sollen so nach deutschem Vorbild künftig schärfer getrennt werden: Tom Enders wird als künftiger Airbus-Chef nicht mehr im Board vertreten sein. EADS-Finanzchef Hans-Peter Ring wird nach eigenen Angaben nur noch als Gast den Board-Sitzungen beiwohnen und kein Stimmrecht mehr haben. Auf französischer Seite scheidet Jean-Paul Gut aus dem Gremium und komplett bei EADS aus, da sich dieser neuen beruflichen Perspektive zuwenden will. Als Vertreter des Managements verbleibt damit nur CEO Louis Gallois im Verwaltungsrat.

Die personelle Verquickung zwischen Verwaltungsrat und dem operativen Management war in der Vergangenheit immer wieder kritisiert worden. Fehlentwicklungen, wie die Fertigungsprobleme bei der Flugzeugtochter Airbus, wurden auch deshalb zu spät erkannt.

Von den drei frei werdenden Plätzen im Board sollen nun zwei Sitze mit Vertretern besetzt werden, die weder die Interessen der Großaktionäre noch die des Managements repräsentieren. Bislang galten nur zwei Mitglieder des Verwaltungsrates als unabhängig: Der französische Finanzmanager Francois David und der ehemalige BDI-Chef Michael Rogowski. Beide sollen ihre Sitze behalten.

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