Abschläge wegen Konjunkturabschwung
Kuwait und Dow Chemical besiegeln Joint Venture

Kuwait und der US-Chemieriese Dow Chemical haben angesichts des weltweiten Konjunkturabschwungs Abschläge bei ihrem geplanten Milliarden-Joint-Venture vereinbart. Der Gesamtwert des neuen Unternehmens mit dem Namen „K-Dow Petrochemicals“ liegt nun bei rund 17,4 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr lag der Wert noch deutlich darüber.

HB KUWAIT. Der Gesamtwert der Kunststoff-Geschäfte, mit denen das neue Unternehmen geformt werde, liege nun bei rund 17,4 Milliarden Dollar, teilten Dow und eine Tochter der staatlichen Ölgesellschaft Kuwait Petroleum Corp (KPC) am Montag mit. Vor einem Jahr war der Wert für das neuen Unternehmen mit dem Namen „K-Dow Petrochemicals“ noch mit 19 Milliarden Dollar veranschlagt worden. K-Dow Petrochemicals soll unter anderem Massen-Kunststoffe für Verpackungen, Plastikflaschen oder CDs produzieren.

Der durch die Finanzkrise verschärfte Wirtschaftseinbruch macht inzwischen der Chemieindustrie immer stärker zu schaffen. Aus Kreisen des Ölministeriums hatte es bereits geheißen, dass Kuwait seinen Anteil an den Kosten für das Projekt drücken will. Die amtliche kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna hatte KPC-Chef Saad al-Schuwaib zudem vergangene Woche mit der Bemerkung zitiert, die Ölgesellschaft überprüfe das Projekt angesichts der weltweiten Finanzkrise. Die Aktionäre zeigten sich deshalb am Montag in New York erleichtert über die Besiegelung des Projektes: Die Dow-Papiere legten gut ein Prozent zu, während der Gesamtmarkt mehr als fünf Prozent abstürzte.

Gemäß der Vereinbarung soll die neue Firma, an der beide Seiten je die Hälfte halten, bis spätestens 1. Januar ihr Geschäft aufnehmen. „Das ist ein riesiger Schritt in unserer Strategie, unsere Basischemie-Geschäfte mit Joint Ventures wachsen zu lassen“, sagte Dow-Chef Andrew Liveris. Mit K-Dow wollen die Partner den weltweit führenden Hersteller von Petrochemikalien und Kunststoffen schmieden. Für den US-Chemiekonzern ist das ein Schlüsselprojekt. Dow will Einnahmen aus der Joint-Venture-Vereinbarung unter anderem zur Finanzierung von Übernahmen einsetzen. Dazu gehört vor allem die Rückzahlung eines großen Teils der Milliardenschulden, die Dow im Zuge des 18,8 Milliarden Dollar teuren Kaufs der US-Spezialchemiefirma Rohm & Haas stemmen muss.

Dow rechnet vor Steuern mit Gesamteinnahmen von neun Milliarden Dollar aus der Vereinbarung. Ursprünglich hatte Dow 9,5 Milliarden Dollar erhofft. Die KPC-Tochter Petrochemical Industries Company (PIC) soll dem US-Konzern für seinen Anteil an der neuen Firma 7,5 Milliarden Dollar zahlen. Zudem sollen Dow und Pic nach Abschluss der Transaktion jeweils rund 1,5 Milliarden Dollar in bar in Form einer Sonderausschüttung von K-Dow erhalten.

In das Joint Venture bringen Dow und PIC unter anderem zwei ihrer bereits bestehenden Gemeinschaftsunternehmen, MEGlobal und Equipolymers, ein. Zusammen mit diesen soll K-Dow auf einen Jahresumsatz von 15 Milliarden Dollar kommen. Zu den wichtgsten Produkte des neuen Unternehmens sollen Basis-Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen sowie Polycarbonate gehören.

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