Abschreibungen wegen Atomausstiegs
EnBW rutscht tief in die Verlustzone

Schock für EnBW: Der Atomausstieg kommt den Stromversorger teuer zu stehen. Im ersten Halbjahr hagelte es einen herben Verlust. Rettung naht eventuell aus Russland.
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StuttgartDer staatlich verfügte Atomausstieg treibt den baden-württembergischen Stromversorger EnBW im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen. Wegen einer immensen Sonderabschreibung erwartet der Vorstand unter dem Strich einen Verlust von 590 Millionen Euro, wie der drittgrößte deutsche Stromversorger am Donnerstag in Karlsruhe mitteilte. Zu EnBW gehören die Kernkraftwerke Neckarwestheim I und II sowie Philippsburg I und II. Die beiden Blöcke mit der Nummer I wurden im Zuge des von der Regierung verhängten Atommoratoriums stillgelegt.

Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass der Energiekonzern Kreisen zufolge an einer neuen Gasstrategie unter Beteiligung des russischen Gaskonzerns Novatek feilt. EnBW sei mit den Russen im Gespräch, sagten am Mittwoch zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. EnBW habe Novatek eine Beteiligung an dem ostdeutschen Gasimporteur Verbundnetz Gas (VNG) angeboten. Dem „Handelsblatt“ zufolge handelt es sich um ein Paket von bis zu 25 Prozent. Ein EnBW-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. Er verwies auf Aussagen von Vorstandschef Hans-Peter Villis, wonach dieser bis Ende des Jahres die Gasstrategie überprüfen will.

Novatek und VNG wollte sich nicht äußern. „Das ist eine Angelegenheit der Aktionäre“, sagte eine VNG-Sprecherin. EnBW hoffe, Zugang zu billigem Gas zu bekommen, sagte eine Person aus dem Kreis der VNG-Aktionäre. EnBW hat eine Option auf 48 Prozent der VNG, die derzeit vom Oldenburger Versorger EWE gehalten werden. Der Karlsruher Konzern will dem „Handelsblatt“ zufolge bis zu 25 Prozent direkt an die Russen weiterreichen. Die restlichen Anteile könnte Villis in ein Joint Venture einbringen, an dem Novatek beteiligt würde. Eine komplette Veräußerung des VNG-Pakets an Novatek sei politisch zu heikel.

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  • Wie bitte? Die AKWs (KKWs heißen die) wurden aus Steuergeldern errichtet? Das vergessen Sie mal besser! Auch wenn Sie anonym auftreten, sollten Sie sich wenigstens überlegen, ob Sie Ihre Zeit einsetzen wollen, um fremder Leute Lügen zu verbreiten!

  • Lieber Herr ermecke,

    wie wäre es denn damit mal zu fragen - wie die Stromversorger an das "Eigentum" gekommen sind?

    Alle AKW´s wurden von Steuergeldern errichtet und dann an die Versorger übergeben. Das die AKW´s irgendwann auch mal abgeschaltet werden, war schon seit langem abzusehen - was wurde getan? Nichts! Kein Stromversorger hat sich um "die Zeit danach" gekümmert und z.B. in Alternativen investiert. Die Investitionen in Erneuerbare Energien wurden von ihnen nur getätigt, weil sie das Geld dafür durch staatliche Förderungen erhalten haben - man muß ja den Schein wahren^^ Von den "Gewinnen" (die ja eigentlich den Steuerzahlern gehören müßten) wurde kein müder Cent investiert^^

    Und nun kommen Sie und stellen die Gegner als Enteigner hin? Sorry, aber das ist mir zu hoch^^ Ich nehme mal an, sie sind Aktionär eines Stromversorgers, oder? Anders kann ich mir das sonst nicht erklären.

    Ich persönlich bin dafür - Grundbedürfnisse wie Energie- und Wasserversorgung gehören in des Volkes (sprich in Staatshand) Hand und haben maximal Gewinne zu Erwirtschaften, die für Investitionen die die Zunkunft der Versorgung notwendig sind und zu verwenden sind. Darüber hinausgehende Gewinne sind an die Eigentümer (Uns) zurückzuerstatten. Privateigentum an diesen Grundbedürfnissen der Gesellschaft führen zu Machtmißbrauch, Korruption und Ausbeutung der Gesellschaft durch Einzelne. Niemand würde doch wollen, das eine "Atombombe" in der Hand von Privatleuten kommt, oder? Genau das haben wir hier aber^^ Wenn wir nicht spuren, dann hat eine "Person" die Möglichkeit den Knopf zu drücken und uns alle abzuschalten oder schlimmeres.

    Und nun "spuren" wir nicht und schon wird gewettert und gedroht mit Pleiten und Entlassungen (vielleicht bald auch noch mit schlimmerem - Wartungen kosten Gewinn).

  • Nach dem Euro-Wahnsinn der Oeko-Terror and Oeko-Wahnsinn. Die deutschen Polit-Gangster und Polit-Deppen fahren Deutschland in immer schnelleren Schritten gegen den Abgrund ohne funktionstuechtige Bremsen zu haben. Bei dem Euro dauerte es 10 Jahre. Die Energiezeitbombe hatte gerade zu ticken begonnen und wird in spaetestens 10 Jahren explodieren.

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