Abschwung
Die Krisenszenarien der Autobauer

Finanzmarktkrise und Konjunkturabschwung treffen die Automobilbranche besonders hart. Ein Hersteller nach dem anderen meldet Absatzeinbrüche und Produktionseinschränkungen. Ein Überblick.

HB FRANKFURT. General Motors, Mercedes, Volkswagen - kaum ein Konzern, der nicht von der Krise betroffen ist. Auch Autozulieferer leiden darunter. Die Finanzkrise erschwert insbesondere die Versorgung der Unternehmen mit Krediten. Aus der Branche werden daher Forderungen laut, hier anzusetzen, denn Ausfälle bei Zulieferern würden die Hersteller zusätzlich bedrohen. Porsche-Finanzvorstand Holger Härter regte an, die Regeln für die Kreditvergabe in der Europäischen Union zu lockern. Das Abkommen ist als Basel II bekannt. "Das ist dringend notwendig, wenn wir ein Chaos in der Industrie vermeiden wollen", sagte Härter dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Viele Autozulieferer haben wegen der Finanzkrise demnach große Schwierigkeiten, die Finanzierung sicherzustellen. Wenn nur ein wichtiger Zulieferer ausfalle, weil er von den Banken keine Kredite mehr bekomme, drohe den Autoherstellern schnell ein Produktionsstopp, beklagte der Manager. Die ersten Zulieferer wurden bei dem Stuttgarter Unternehmen vorstellig und fragten, ob es ihnen Investitionen vorfinanzieren kann, berichtete der "Spiegel" weiter.

Der US-Konzern General Motors berichtete am Wochenende von einem nie dagewesenen Absatzeinbruch bei seinen Töchtern in Europa. Mercedes-Benz schloss eine Drosselung der Produktion nicht aus. Volkswagen will dagegen seine Produktion nicht in größerem Umfang zurückfahren.

GM und Mercedes drosseln Produktion

Der Chef der GM-Europasparte, Carl-Peter Forster, berichtete von einem drastischen Absatzeinbruch. "Derzeit haben wir bis zu 30 Prozent mehr Autos auf Halde als sonst", sagte Forster der Branchenzeitung "Automobilwoche". Um die Überkapazitäten abzubauen, kündigte der Manager weitere kurzfristige Produktionskorrekturen an. "Im Moment überprüfen wir einmal die Woche, ob unser Produktionsplan noch stimmt. Dabei müssen wir Modell für Modell durchgehen, ob die Planung passt oder ob nun beispielsweise mehr Corsa und dafür weniger Astra gebaut werden." Bislang seien solche Überprüfungen alle vier Wochen vorgenommen worden. Dies sei jetzt nicht mehr möglich.

Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier schloss nicht aus, dass das Unternehmen seine Produktion weiter drosseln muss. Die Märkte seien so sprunghaft, dass man die Produktion an die Nachfrage anpassen werde. "Unser Ziel ist es, die Bestände auf möglichst niedrigem Niveau zu halten. Die aktuellen Sprünge der Märkte müssen wir mit einer flexiblen Produktion kompensieren", sagte Maier der Zeitschrift "auto motor und sport".

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