Abspaltung der Chemiegesellschaft Lanxess
Chronik: Konzernumbau bei Bayer

Mit der Abspaltung der neuen Chemiegesellschaft Lanxess steht der Leverkusener Bayer-Konzern vor dem größten Konzernumbau seiner 141-jährigen Geschichte. Die wichtigsten Stationen des Konzernumbaus in den vergangenen 13 Monaten:

2. Oktober 2003: Bayer kündigt an, sich vom Plasma-Geschäft seiner Division Biologische Produkte trennen zu wollen. Das lukrative Blutermedikament Kogenate soll jedoch weiterhin bei Bayer bleiben.

29. Oktober 2003: Bayer trennt sich von seiner Beteiligung an dem US-Biotechunternehmen Millennium Pharmaceuticals. Den Verkaufserlös von über 300 Mill. $ will Bayer zur weiteren Schuldentilgung einsetzen.

7. November 2003: Bayer kündigt überraschend an, seine traditionelle Konglomeratsstruktur aufzubrechen. Der größte Teil des klassischen Chemiegeschäfts und Teile des Polymergeschäfts sollen als neue Gesellschaft - sie erhält später den Namen Lanxess - abgespalten und bis Anfang 2005 an die Börse gebracht werden. Die krisengeschüttelte Pharmasparte soll nach erfolgloser Suche nach einem Partner eigenständig fortgeführt werden.

15. Dezember 2003: Bayer kündigt im Zuge des Konzernumbaus für das Geschäftsjahr 2003 Wertberichtigungen in Milliardenhöhe und einen Jahresverlust an.

18. März 2004: Bayer weist angesichts hoher Wertberichtigungen im Zuge der strategischen Neuausrichtung für das Jahr 2003 mit mehr als einer Milliarde Euro den größten Konzernverlust seiner Geschichte aus.

28. Mai 2004: Bayer, BASF und die Aventis-Tochter Hoechst teilen mit, ihre Beteiligungen an dem Frankfurter Textilfarbstoff-Hersteller DyStar an den US-Finanzinvestor Platinum Equity zu verkaufen.

14. Juli 2004: Bayer teilt mit, seine 15-prozentige Beteiligung an dem Saatgutunternehmen KWS Saat AG an die privaten Investoren Tessner Beteiligungs GmbH und Arend Oetker verkauft zu haben.

16. Juli 2004: Bayer kündigt an, die Chemiegesellschaft Lanxess Anfang 2005 mittels eines Spin-Offs an die Börse bringen zu wollen. Dabei sollen die Aktien der neuen Firma den bestehenden Bayer-Aktionären zugeteilt werden. Einem für alle Anleger offenen Börsengang (IPO) oder einem Verkauf an Dritte erteilt der Konzern damit eine Absage.

19. Juli 2004: Bayer kündigt an, für 2,38 Mrd. ? vom Schweizer Pharmakonzern Roche das Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln zu kaufen. Der Kauf soll auch den Anteil am bestehenden US-Joint-Venture mit den Schweizern einschließen.

23. August 2004: Bayer spaltet einige biotechnologische Forschungsprojekte bei Atemwegsmedikamenten in eine neue Gesellschaft Aerovance in den USA ab. Angeführt von der Beteiligungsgesellschaft Apax Partners wird die neue Gesellschaft von einer Reihe von Investoren finanziert.

31. August 2004: Bayer teilt mit, dass voraussichtlich im vierten Quartal der Verkauf des Blutplasmageschäfts unter Dach und Fach gebracht werden soll.

13. September 2004: Bayer schließt eine strategische Pharma-Allianz mit dem US-Wettbewerber Schering-Plough. Die Bayer-Antibiotika Avelox und Cipro und das Herz-Kreislauf-Medikament Adalat sowie einige weitere Allgemeinarzt-Produkte sollen in den USA künftig von Schering-Plough vermarktet und vertrieben werden.

06. Oktober 2004: Bayer gibt mit der Festlegung des Bezugsverhältnisses für Lanxess dem geplanten Börsengang der neuen Chemiegesellschaft schärfere Konturen. Für je zehn Bayer-Papiere sollen Bayer-Aktionäre eine zusätzliche Lanxess-Aktie erhalten.

17. November 2004: Die Bayer-Aktionäre stimmen auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in Essen über die Abspaltung von Lanxess ab.

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