Abspaltung der LKW-Sparte
Daimler: Fonds erhöhen Druck auf Zetsche

Der Druck der institutionellen Investoren auf Daimler-Boss Dieter Zetsche steigt, die LKW-Sparte abzuspalten. Mit DWS, Deutschlands größter Fondsgesellschaft, sowie SEB Asset Management haben sich die ersten größeren Daimler-Aktionäre grundsätzlich auf die Seite des schwedischen Hedge-Fonds Cevian geschlagen, der offenbar auf einen Verkauf oder Börsengang der Nutzfahrzeugsparte dringt.

FRANKFURT. "Allgemein lässt sich festhalten, dass wir mittelfristig einer Veräußerung der LKW-Sparte durchaus positiv gegenüber stehen, da das LKW-Geschäft sehr zyklisch ist und Synergien zwischen den Sparten nur sehr begrenzt vorhanden sind", sagte DWS-Fondsmanager Stefan Bauknecht dem Handelsblatt.

Thomas Körfgen, Geschäftsführer bei SEB Asset Management sieht das ebenso. "Eine Abtrennung der LKW-Sparte würde die Werte der einzelnen Bereiche klarer zum Vorschein bringen", sagte Körfgen dem Handelsblatt. "Im aktuellen Marktumfeld ist jedoch sicherlich kein adäquater Preis für das LKW-Geschäft zu erzielen."

Der Hedge-Fonds Cevian, der offenbar massiven Druck auf das Daimler-Management ausübt, erhält damit erstmals Rückendeckung von Seiten institutioneller Investoren. Laut Branchenkreisen ist der schwedische Finanzinvestor jüngst bei dem Autobauer eingestiegen und soll eine Zerschlagung des Unternehmens gefordert haben.

Prinzipiell würde sich DWS einer Abspaltung der LKW-Sparte nicht verschließen, falls durch eine solche der Wert des Unternehmens gehoben werden könnte, betonte Bauknecht. Doch den Zeitpunkt dafür hält auch DWS für schlecht gewählt. So seien die Bewertungen sehr tief gefallen, viele Analysten und Investoren rechneten außerdem mit einem zyklischen Abschwung, der mindestens bis 2009 anhalten dürfte. "Deshalb erscheint mir ein Börsengang wenig erfolgversprechend", sagte der Fondsmanager. "Darüber hinaus glaube ich nicht, dass sich ein harter Bieterwettkampf entwickeln dürfte."

Die meisten Experten sagen der Branche nach langen Boomjahren in den nächsten beiden Jahren einen Abschwung voraus. Die Daimler-Nutzfahrzeugsparte machte im vergangenen Jahr rund 28 Mrd. Umsatz und ist der größte LKW-Hersteller der Welt mit Marken wie Freightliner, Fuso und Mercedes-LKW. Der Spielraum von Daimler im Tauziehen mit Cevian wird damit enger. Noch heißt beim Autokonzern Daimler die offizielle Marschroute, eine Trennung von der LKW-Sparte sei kein Thema. "Wir haben nicht die Absicht, das LKW-Geschäft abzuspalten", sagte eine Konzernsprecherin.

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