Abspaltung des Lkw-Geschäfts befürchtet
Daimler-Betriebsrat bringt sich in Stellung

Seit Wochen spekuliert die Branche über den Einstieg eines Investors beim Autokonzern Daimler. Die Arbeitnehmervertreter des Stuttgarter Autobauers laufen bereits Sturm gegen eine mögliche Abspaltung der LkW-Sparte auf Druck von Finanzinvestoren. Der Vorstand winkt jedoch ab. Ein Verkauf oder der Börsengang der Nutzfahrzeugsparte seien weiterhin kein Thema.

HB STUTTGART. "Wir haben nicht die Absicht, das Lkw-Geschäft abzuspalten", sagte ein Konzernsprecher am Sonntag in Stuttgart der Deutschen Presse-Agentur dpa und dementierte entsprechende Medien-Berichte. "Das ist für uns kein Thema." Unterstützung erhielt das Management auch vom Betriebsrat: Sollte ein Investor den Konzern zerschlagen wollen, werde es massiven Widerstand der Beschäftigten geben, kündigte Betriebsratschef Erich Klemm an.

Nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" soll der schwedische Finanzinvestor Cevian Capital bei dem Autobauer eingestiegen sein und eine Zerschlagung des Unternehmens gefordert haben. Bei einem Treffen mit Daimler-Chef Dieter Zetsche hätten Vertreter von Cevian Capital verlangt, die Nutzfahrzeugsparte aus dem Konzern herauszulösen und einen Verkauf oder Börsengang des Lkw-Bereichs in Angriff zu nehmen. Der schwedische Hedge-Fonds wurde bereits vor wenigen Wochen als potenzieller Anteilseigner bei den Stuttgartern genannt.

Der Investor habe bislang erst rund zwei Prozent der Daimler - Papiere erworben, berichtet das Magazin. Er habe jedoch angekündigt, den Anteil möglicherweise aufzustocken und sich mit weiteren Finanzinvestoren zu vereinen, um ihre Interessen durchzusetzen. Daimler wollte den Einstieg nicht kommentieren. Der Sprecher sagte allerdings: "Jeder neue Investor ist bei uns herzlich willkommen."

Betriebsratschef Klemm, sagte dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", er sei beunruhigt über die Spekulationen. Gegen eine möglicherweise drohende Zerschlagung kündigte er harten Gegenwehr an. "Wer nur auf kurzfristigen Profit aus ist, ohne Rücksicht darauf, wie er Daimler zurücklässt, der muss mit dem massiven Widerstand der Arbeitnehmer rechnen", erklärte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Gegen die Mitarbeiter ist kein Unternehmen der Welt zu führen. Das wäre auch für die Aktionäre tödlich." Zudem würde Daimler wirtschaftlich durch einen Verkauf des Lkw-Geschäftes geschwächt.

Bislang ist das Emirat Kuwait mit einem Anteil von 7,6 Prozent der einzige nennenswerte Anteilseigner bei den Stuttgartern. Doch Vorstandsvorsitzender Zetsche, Finanzchef Bodo Uebber, Aufsichtsratschef Manfred Bischoff und sogar der Betriebsrat haben in der Vergangenheit immer wieder die Werbetrommel für den Kauf von Daimler-Anteilen gerührt. Zetsche sieht darin eine Möglichkeit, sich besser gegen Angriffe zu wappnen. "Ich habe keine Vorbehalte gegen Staatsfonds", sagte Zetsche der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Ob Araber, Russen, oder auch Chinesen - alle Aktionäre seien willkommen. Größter Aktionär bei Daimler ist seit langem das Emirat Kuwait mit gut sieben Prozent der Anteile.

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