Absprachen nicht nachgewiesen: Bayer gewinnt in Brüssel

Absprachen nicht nachgewiesen
Bayer gewinnt in Brüssel

Der Chemie- und Pharmakonzern muss ein von der EU-Kommission verhängtes Bußgeld von drei Millionen Euro nun endgültig nicht zahlen. In dem Verfahren ging es um preisgünstige Parallelimporte.

HB BRÜSSEL. "Der Gerichtshof bestätigt das Urteil aus der ersten Instanz", teilte der Europäische Gerichtshof am Dienstag mit. Im Jahr 2000 hatte das EU-Gericht ein von der EU-Kommission gegen Bayer verhängtes Bußgeld von drei Millionen Euro bereits aufgehoben. Die Kommission hatte Bayer 1996 Absprachen mit seinen Großhändlern in Spanien und Frankreich zur illegalen Behinderung von Parallelimporten vorgeworfen. Bayer wollte damit nach Auffassung der Kommission den Weiterverkauf seines Herzmedikaments Adalat zu niedrigeren französischen und spanischen Preisen nach Großbritannien einschränken. Bayer sowie der europäische Pharmaverband Efpia begrüßten die EuGH-Entscheidung. Die im Deutschen Aktienindex Dax notierte Bayer-Aktie lag am Dienstagmittag in einem schwächeren Gesamtmarkt mit 0,38 Prozent im Minus bei 23,85 Euro.

Bei Parallelimporten erwerben Händler etwa Originalpräparate aus Südeuropa, wo staatlich verordnete Preise niedriger sind, um sie dann in Nordeuropa zu höheren Preisen abzugeben. Forschende Arzneimittelfirmen wenden sich gegen solche Parallelimporte häufig mit dem Argument, dass diese zu Gewinneinbußenn führen und so die kostenintensiven Innovationen in der Branche bremsen.

Die britische Tochter von Bayer hatte durch die preisgünstigeren Parallelimporte aus Frankreich und Spanien damals hohe Umsatzeinbußen verzeichnet. Nach Mitteilung des EuGH ist es der Europäischen Kommission aber nicht gelungen, die Existenz von Absprachen zur illegalen Behinderung der Importe nachzuweisen. Bereits die erste Instanz hatte die Beweisführung der Kommission als unzureichend bezeichnet.

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