Acciona-Einstieg setzt Deutsche unter Druck
Eon bleibt bei Endesa dran

Der Düsseldorfer Energieriese Eon hält trotz des Einstiegs von Acciona beim spanischen Energieversorger Endesa an seinen Übernahmenplänen fest. Die Regierung in Madrid beteuert derweil, sie habe mit dem Einstieg von Acciona nichts zu tun.

HB DÜSSELDORF. Eon habe das Vorgehen von Acciona „zur Kenntnis genommen“, teilte der Konzern am Dienstag mit. Eon verfolge die Übernahme aber weiter und gehe davon aus, dass sich alle Voraussetzungen dafür „in Kürze“ erfüllten. Das Angebot steht unter anderem unter der Bedingung, dass Eon mindestens 50,01 Prozent an Endesa erwerbe, wie der Konzern bekräftigte. Die vorübergehend an der Börse ausgesetzte Endesa-Aktie stieg nach der Wiederaufnahme des Handels um knapp acht Prozent.

Die spanische Regierung hat mit der Beteiligung des Baukonzern Acciona am Ringen um den Stromversorger Endesa nach eigenen Angaben nichts zu tun. Einen Tag nach dem Erwerb von zehn Prozent der Endesa-Anteile durch Acciona erklärte Wirtschaftsminister Pedro Solbes: „Die Regierung unterstützt diese Operation nicht.“ Sie lasse sie auch nicht indirekt durch Dritte unterstützen, sagte der Minister am Dienstag.

Vorstoß wohl zumindest positiv aufgenommen

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Madrider Regierung den Vorstoß des Baukonzerns zumindest positiv aufgenommen haben dürfte. Denn der Einstieg von Acciona bei Endesa erschwert eine Übernahme des größten spanischen Stromversorgers durch den Energiekonzern Eon. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hatte sich mehrmals dafür ausgesprochen, dass Endesa in spanischer Hand bleiben sollte.

Acciona will seine Beteiligung an dem Energiekonzern Endesa weiter ausbauen. Rechte auf ein Aktienpaket von weiteren 3,6 Prozent seien bereits gesichert, teilte das Unternehmen in Madrid mit. Allerdings werde ohne die Genehmigung der Regulierer der Anteil nicht über den bisherigen Stand von zehn Prozent erhöht.

„Acciona-Einstieg für Fall Endesa unwesentlich“

Der Einstieg des spanischen Mischkonzerns Acciona hat aus Sicht der EU-Kommission keine Bedeutung für die Rechtslage im Streit um die Übernahme des Energieversorgers Endesa durch den deutschen Eon-Konzern. „Im derzeitigen Stadium hat das keinerlei Auswirkungen“, sagte ein Kommissionssprecher am Dienstag und wies darauf hin, dass die spanische Regierung nach eigener Aussage nicht in die Transaktion involviert sei.

Seite 1:

Eon bleibt bei Endesa dran

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%