Acerta Pharma

Astra-Zeneca will Krebsmittelentwickler übernehmen

Die Fusionswelle in der Pharmabranche rollt weiter: Astra-Zeneca will einem Bericht zufolge den kleineren Rivalen Acerta Pharma übernehmen. Das britisch-schwedische Branchenschwergewicht will so sein Angebot erweitern.
AstraZeneca versucht unter anderem durch Zukäufe sein Angebot zu erweitern, da das eigene Geschäft mit einigen der wichtigsten Medikamente wegen günstigerer Nachahmerprodukte unter Druck geraten ist. Quelle: Reuters
AstraZeneca in Macclesfield

AstraZeneca versucht unter anderem durch Zukäufe sein Angebot zu erweitern, da das eigene Geschäft mit einigen der wichtigsten Medikamente wegen günstigerer Nachahmerprodukte unter Druck geraten ist.

(Foto: Reuters)

BangaloreIn der Pharmabranche bahnt sich einem Zeitungsbericht zufolge die nächste Milliarden-Übernahme an. Das britisch-schwedische Branchenschwergewicht Astra-Zeneca befinde sich in fortgeschrittenen Fusionsgesprächen mit dem kleineren Rivalen Acerta Pharma BV aus den Niederlanden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Astra-Zeneca will demnach mehr als fünf Milliarden Dollar für das Privatunternehmen auf den Tisch legen. Acerta ist auf die Entwicklung von Krebsmedikamenten spezialisiert. Astra-Zeneca versucht unter anderem durch Zukäufe sein Angebot zu erweitern, da das eigene Geschäft mit einigen der wichtigsten Medikamente wegen günstigerer Nachahmerprodukte unter Druck geraten ist.

Astra-Zeneca lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Bei Acerta war zunächst niemand zu erreichen.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Die Generika-Konkurrenz und hohe Forschungs- und Entwicklungskosten treiben die Fusionswelle in der Gesundheitsbranche an. In diesem Jahr wurden bislang Zusammenschlüsse und Übernahmen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar auf den Weg gebracht. Allein 160 Milliarden Dollar lässt sich etwa der Viagra-Hersteller Pfizer den Kauf des Botox-Produzenten Allergan kosten.

  • rtr
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